Bildungungsraum Nordwestschweiz
Abschlussquote an Fachhochschulen ist höher als an Universitäten

Der neue Bildungsbericht Nordwestschweiz stellt die Bildungssysteme der vier Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn einander gegenüber und zeigt Gemeinsamkeiten und Besonderheiten auf.

Jörg Meier
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Die Zahl der Studenten nimmt weiter zu. Foto: Keystone

Die Zahl der Studenten nimmt weiter zu. Foto: Keystone

Schweiz am Wochenende

Der Bildungsbericht 2017 umfasst die Schuljahre 2010/11 bis und mit 2015/16 und deckt alle Schulstufen ab. Erstmals berücksichtigt sind die interkantonalen Leistungstests. Die Resultate der Tests zeigen kantonal unterschiedliche Durchschnittsleistungen; unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in den einzelnen Kantonen sind die Unterschiede aber schwach ausgeprägt.

Im Bereich der Sonderpädagogik erschweren unterschiedliche Terminologien einen Vergleich. Die Zuweisung und die Ressourcensprechung für sonderpädagogische Massnahmen unterscheiden sich hingegen nur im Detail.

Harmonisiert sind die Schulstrukturen: Auf den obligatorischen zweijährigen Kindergarten folgen eine sechsjährige Primarschule und die dreijährige Sekundarstufe I. Bei den Übergängen ist die Praxis in den vier Kantonen allerdings unterschiedlich.

In allen Kantonen ist in den letzten Jahren ein quantitativer Ausbau des Angebots an familienergänzender Betreuung erfolgt. Unterschiedliche Zuständigkeiten und Verpflichtungen erschweren aber die Zusammenarbeit im Bildungsraum. Eine Vorreiterrolle haben die vier Kantone im Bereich der frühen Sprachförderung eingenommen. So haben sie gemeinsam das Handbuch «Nashorner haben ein Horn» publiziert.

Genügend Lehrpersonen

Die Massnahmen gegen den Lehrermangel haben Wirkung gezeigt. Aktuell gib es im Bildungsraum genügend Lehrpersonen. Eine wichtige Rolle nimmt die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ein. Die Studierendenzahlen nehmen kontinuierlich zu und seit 2010 sind zahlreiche neue Angebote entstanden. Die Entwicklung der Fachhochschulen führte zu einer Aufwertung der entsprechenden Abschlüsse. Bei den Studierenden aus dem Bildungsraum Nordwestschweiz ist die Abschlussquote an den Fachhochschulen inzwischen höher als an den universitären Hochschulen.