Reisen

Abenteurer Roland Gueffroy: «Vo Züri uf Bärn, aber usse-n-ume»

Roland Gueffroy nimmt im Mai den wohl ungewöhnlichsten Weg, um von Zürich nach Bern zu gelangen. Er reist Richtung Osten los und hofft nach 88 Tagen am Ziel in der Bundeshauptstadt Bern zu sein. Raphael Nadler

Roland Gueffroy nimmt im Mai den wohl ungewöhnlichsten Weg, um von Zürich nach Bern zu gelangen. Er reist Richtung Osten los und hofft nach 88 Tagen am Ziel in der Bundeshauptstadt Bern zu sein. Raphael Nadler

Der Abenteurer Roland Gueffroy hat eine ausgefallene Idee: Er will von Zürich nach Bern – aber nicht auf direktem Weg. Er nimmt den wohl grössten Umweg dieser Strecke in Kauf. Er geht Mitte Mai los Richtung Russland.

Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der beste. So oder ähnlich wird der Zofinger Roland Gueffroy gedacht haben, als er sich für sein neustes Reiseprojekt «Züri-Bärn usse-n-ume» entschieden hat. Statt sich in den Zug zu setzen und in 63 Minuten von Zürich nach Bern zu fahren, lockt ihn das Abenteuer auf dem wohl grössten Umweg dieser Strecke.

Mitte Mai startet er die Reise und steuert als Erstes die russische Hauptstadt an. «Ich hoffe immer noch , dass mich ein Transportunternehmen mit einem Sattelschlepper nach Moskau mitfahren lässt.» Die Verhandlungen laufen noch.

Erster Fixpunkt der Reise ist der 1. Juni. Dann besteigt Gueffroy in Moskau die Transsibirische Eisenbahn und fährt auf seinem reservierten Sitzplatz 7865 Kilometer über Irkutsk am Baikalsee und die transmongolische Route über Ulan-Bator (Mongolei) weiter bis nach Peking (China).

Diese Strecke führt den 58-Jährigen durch drei verschiedene Kulturkreise. Von der chinesischen Hauptstadt gehts weiter mit dem Zug nach Hongkong. Dort wartet ein Containerschiff auf Roland Gueffroy und er reist auf der dritten Etappe auf dem Seeweg über den Pazifik nach Long Beach an die Westküste der USA.

«Vor diesem Abschnitt habe ich grossen Respekt», gesteht der Reisejournalist. «Ich bin kein Seebär und weiss nicht, wie ich auf die berüchtigten Pazifikstürme und eine mögliche Seekrankheit reagiere.»

USA als vierte Etappe

Per Truck, Auto, Bahn oder einem andern Transportmittel durchquert er auf der vierten Etappe die Vereinigten Staaten mit dem Ziel New York. Von dort bringt ihn erneut ein Frachter weiter nach Southampton (England) und eine Fähre rüber ans europäische Festland nach Zeebrugge (Belgien).

Mit einem Autotransporter der Firma Galliker aus Altishofen gelangt Roland Gueffroy zurück in die Schweiz. In Basel steigt der Zofinger aus und legt das letzte Stück seiner bislang wohl längsten Reise mit einem Posttöffli zurück. 88 Tage nach dem Start seiner Weltreise hofft Gueffroy, in Bern auf den Bundesplatz einfahren zu können.

«Was nach einer durchorganisierten Reise aussieht, birgt noch viele Fragezeichen in sich», gesteht der Weltenbummler rund zwei Monate vor dem Start der Reise. Noch ist er nicht im Besitz aller nötigen Visa, und auch die Art des Transports, auf einzelnen Etappen, ist noch nicht in Stein gemeisselt.

«Natürlich könnte ich fast auf der ganzen Strecke die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen», weiss Gueffroy, «doch die Reise soll ja auch aussergewöhnlich sein.» So wie sein letztes Abenteuer, als er 2007 mit seinem Posttöffli «Lucy» auf der legendären Route 66 Amerika durchquerte.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1