Beim Musikfest «Ohren auf» lässt es sich gut aushalten. Mehr als 3000 Musikanten spielten am ersten von zwei Festwochenenden bei Konzerten und Paraden auf. Das gut organisierte Fest in Laufenburg kommt bei den Teilnehmern wie bei Besuchern gleichermassen gut an.

Auf 250 Metern Länge sind die Basler und die Winterthurer Strasse für die Paraden des Aargauischen Kantonalmusikfestes «Ohren auf» gesperrt worden. Geduldig warten die Musikanten beim Aufstellungsort in der Basler Strasse, um ihr Können den vier Juroren und den zahlreichen Zuschauern zu präsentieren. Zwei Juroren sind am Anfang der Strecke platziert, zwei Juroren behalten am Streckenende alles genau im Blick. In ihre Bewertung fliessen musikalische Darbietung sowie die Performance beim gemeinsamen Marsch der Musikanten.

«Das gibt Abzüge, wenn die Juroren das gesehen haben», meint OK-Präsident Walter Marbot bei einem nicht-synchronen Stopp einer Formation. Über einen Lautsprecher werden die Ergebnisse unmittelbar verkündet. Zwischen 50 und 100 Punkten kann ein Juror vergeben, womit eine Musikgesellschaft (MG) maximal 400 Punkte bei der Parade erreichen kann.

«Anfangs waren wir aufgeregt»

Für die endgültige Platzierung zählt auch die Bewertung der Vorträge an den Konzertorten. Dabei präsentiert jede MG ein Aufgabenstück, das ihr zehn Wochen zuvor mitgeteilt wurde, und ein Selbstwahlstück. Das Konzert haben Christine und Verena von der MG Walperswil (Kanton Bern) schon hinter sich. Die Parade steht noch bevor.

«Anfangs waren wir aufgeregt, aber jetzt geht es», meint Klarinettistin Christine und Verena, die Querflöte spielt, ist voll des Lobes für das Fest. «Gut organisiert und alles nah beieinander, gutes Essen und das Wetter ist perfekt», sind sich die beiden einig. Auch Walter Kiener, Präsident der Harmoniemusikgesellschaft Fulenbach (HMG, Kanton Solothurn), lobt das gut organisierte Event und die tolle Stimmung in den Strassen und an den Spielorten.

Auf das Musikfest hat sich die HMG mit zusätzlichen Proben vorbereitet und der Schlagzeuger ergänzt stolz: «Wir spielen erstmals in der zweiten Klasse. Vorher haben wir immer in der dritten Klasse gespielt.»

Musikfest Laufenburg: 500 Musiker zeigen ihr Können

Musikfest Laufenburg

Der Aargauer Blasmusikwettbewerb startet in ihr erstes Wochenende. Was braucht es, um die Jury zu überzeugen?

An den zwei Festwochenenden nehmen mehr als 5000 Musikanten von 132 Musikgesellschaften teil. Am ersten Wochenende sind es mehr, da es mehr Harmoniemusikgesellschaften als Brass-Bands gibt, denen das Festwochenende vom 29. Juni bis zum 1. Juli vorbehalten ist, erklärt Marbot. «Heute am Samstag sind es die meisten, mit zirka 1800 Musikanten.»

Die erste Herausforderung bei der Organisation des Festes stellte sich schon Anfang 2016, als es darum ging, die drei Vereine Stadtmusik Laufenburg, MG Kaisten und MG Sulz zusammenzubringen, die schliesslich alle auf ihren Hauptversammlungen mit grossen Mehrheiten für das gemeinsame Musikfest votierten. Marbot erzählt, dass die Organisation des Events seit Herbst 2016 läuft, als das OK den Auftrag zur Durchführung erhielt.

Der musikalische Wettbewerb findet an fünf Spielorten statt. Am ersten Festwochenende spielten die Tambouren-Musikvereine samstags auf der Eventbühne in der Burgmattstrasse und am Pontonierdepot am Rhein. In der Stadthalle, in der Turnhalle Burgmatt und in der Sankt-Johann-Kirche traten die Musikgesellschaften auf, die am Sonntag dann alle fünf Spielorte in Beschlag nahmen.

Querflöte und Helferin

Insgesamt sind an den sechs Festtagen um die 1000 Helfer im Einsatz, erklärt Marbot. Zirka 700 haben das OK und die drei ausrichtenden Vereine rekrutiert, zusätzliche Helfer kommen von weiteren Vereinen, die beispielsweise Bars auf der Festmeile betreiben. Im Rhy-Grill sind in einer Schicht etwa 15 Helfer im Service und am Grill im Einsatz, erzählt Irene Leonforte, die Querflöte in der Stadtmusik Laufenburg spielt.

Ihre Schicht als Bedienung dauert von 13 bis 19 Uhr und am Sonntag ist sie im Festzelt zum Abräumen eingeteilt. «Heute Morgen hab ich mir Marschmusiken angeschaut und um 19 Uhr gehe ich noch in die Stadthalle», sagt Leonforte, die sich natürlich auch die Zeit nimmt, das Musikfest zu geniessen.

12'000 Besucher erwartet

Das OK erwartet für dieses und das nächste Festwochenende vom 29. Juni bis 1. Juli 12 000 Besucher, denen neben den Konzerten und Paraden weitere musikalische Unterhaltung geboten wird. Auftritte zahlreicher Unterhaltungsbands wie etwa dem Trionettli, der Burnout Country Band, den Bieranjas und andere beleben die Bühnen mit einem vielfältigen Musikangebot.

Beizen und Foodtrucks sorgen mit Grillgut und vielen internationalen Köstlichkeiten für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher. Mit Kinderkarussell, Dosenwerfen, Hüpfburg, Sandkasten und anderem mehr ist auch für Familien gesorgt.

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