Aargauische Kantonalbank
AKB gründet Stiftung Lebensraum Aargau und stellt ein Prozent des Jahresgewinns für gemeinnützige Projekte zur Verfügung

Ein bisschen Migros-Kulturprozent für den Aargau: Die Aargauische Kantonalbank gründet eine Stiftung mit einem Kapital von 5 Millionen Franken und alimentiert sie jährlich mit einem Prozent des Gewinns. Diese Summe, derzeit rund 1,5 Millionen Franken, soll für Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur/Umwelt, Natur und Tiere/Gesellschaft und Soziales/Gesundheit und Bewegung ausgeschüttet werden.

Fabian Hägler
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Sie stehen hinter der Stiftung Lebensraum Aargau – und neben dem Logo: Dieter Widmer (AKB-Direktionspräsident), Urs Hofmann (alt Regierungsrat und Stiftungsratspräsident), Markus Dieth (Finanzdirektor, von links).

Sie stehen hinter der Stiftung Lebensraum Aargau – und neben dem Logo: Dieter Widmer (AKB-Direktionspräsident), Urs Hofmann (alt Regierungsrat und Stiftungsratspräsident), Markus Dieth (Finanzdirektor, von links).

Valentin Hehli/AGR

Das heutige Haus zum Schlossgarten in Aarau war das erste Bundeshaus der Schweiz – wo einst die Landesregierung tagte, wurde am Freitag ein Projekt präsentiert, mit dem das Zusammenleben im Aargau bereichert und der gesellschaftliche Zusammenhalt gefördert werden soll. «Die AKB bricht zu neuen Ufern auf», hiess es in der Einladung, die Aargauische Kantonalbank wolle über ein Vorhaben «zu Gunsten von Mensch, Natur und Umwelt im Aargau» informieren.

Was abstrakt klingt, stellt sich als sehr konkretes Vorhaben heraus: Die AKB gründet die gemeinnützige Stiftung Lebensraum Aargau, stattet sie mit einem Gründungskapital von 5 Millionen Franken aus und alimentiert sie jährlich mit einem Prozent des Gewinns. «Das ist ein historischer Akt für unsere Bank», sagte AKB-Direktionspräsident Dieter Widmer mit Blick auf die Vergangenheit des Hauses zum Schlossgarten, als er die Medienvertreter begrüsste.

AKB Impuls wird von Stiftung Lebensraum Aargau abgelöst

In den letzten anderthalb Jahren habe die Coronapandemie die Gesellschaft geprägt, viele Unternehmen und Menschen seien schwer getroffen worden, sagte Widmer. Der Aargauischen Kantonalbank gehe es hingegen gut – man habe mit dem Gefäss AKB Impuls in den Jahren 2020 und 2021 mit jeweils 300'000 Franken «gezielt Vereine und Organisationen unterstützt, die das Zusammenleben der Menschen in unserer Region bereichern», sagte Widmer.

AKB Impuls wird nun abgelöst von der Stiftung Lebensraum Aargau, deren Logo – eine blaue Figur mit den Umrissen des Kantons – bereits draussen vor dem Haus Schlossgarten aufgestellt war. Dort posierten AKB-Präsident Widmer zusammen mit alt Regierungsrat Urs Hofmann und Finanzdirektor Markus Dieth für die Fotografen. Hofmann präsidiert den Stiftungsrat und sagte, die blaue Figur symbolisiere den Aargau in Bewegung. «Die Stiftung Lebensraum Aargau soll noch mehr Bewegung dank Unterstützung von freiwilligen und gemeinnützigen Tätigkeiten bringen», sagte der ehemalige Regierungsrat.

Förderbeiträge werden in vier Bereichen ausgerichtet

Zweck der Stiftung ist die Förderung von Projekten im Kanton Aargau und den angrenzenden Gebieten – namentlich in der Region Olten-Gösgen-Gäu, wo die AKB ebenfalls vertreten ist. Ausgerichtet werden Beiträge an Institutionen, Körperschaften und Projektträger, die gemeinnützig tätig und in diesen Bereichen aktiv sind:

  • Engagement für gesellschaftliche und soziale Zwecke
  • Vorhaben für Gesundheit und Bewegung
  • Kunst- und Kulturprojekte
  • Initiativen für Umwelt, Natur und Tiere

Ab sofort können über die Website lebensraum-aargau.ch Gesuche für Beiträge der Stiftung eingereicht werden. Die Anträge werden laufend behandelt, dreimal pro Jahr wird über die Vergabe von Beiträgen entschieden. Die Stiftung ist in ihren Entscheiden unabhängig von der AKB, es spielt laut Urs Hofmann also keine Rolle, ob ein Verein oder ein Veranstalter, der Unterstützung beantragt, bei der Bank zum Beispiel ein Konto hat.

Stiftungsratspräsident Urs Hofmann.

Stiftungsratspräsident Urs Hofmann.

Valentin Hehli

Stiftungsratspräsident Urs Hofmann wünscht sich bewegende Projekte

«Die Projekte, die wir fördern möchten, müssen innovativ und nachhaltig sein und eine Ausstrahlung haben, von der möglichst viele Menschen im Aargau profitieren», fasste Urs Hofmann zusammen. Die Stiftung wolle vielfältige Vorhaben in möglichst allen Regionen des Kantons unterstützen, die zum Ziel hätten, den Alltag der Menschen zu bereichern. «Der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Lebensqualität stehen dabei im Fokus», erläuterte der Stiftungsratspräsident. Hofmann wünscht sich, dass Leute, die gute Ideen haben für den Kanton und im Aargau etwas bewegen möchten, mit ihren Projekten an die Stiftung gelangen.

Geschäftsführerin der Stiftung ist Petra Miersch, die langjährige Erfahrung aus der Vergabe von Beiträgen aus dem Swisslos-Fonds hat. Im Stiftungsrat sitzen neben Präsident Hofmann (verantwortlich für den Bereich Gesellschaft und Soziales) die AKB-Geschäftsleitungsmitglieder Simon Leumann (Gesundheit und Bewegung), Stefan Liebich (Kunst und Kultur) sowie Christine Honegger (Umwelt, Natur und Tiere). Mitglied des Stiftungsrats ist auch Mühlen-Unternehmerin und Fachhochschuldozentin Corinne Mühlebach (individuelle Förderbeiträge).

Regierungsrat Markus Dieth: Dem Kanton geht nichts verloren – im Gegenteil.

Regierungsrat Markus Dieth: Dem Kanton geht nichts verloren – im Gegenteil.

Valentin Hehli

Finanzdirektor Markus Dieth muss keine tiefere AKB-Ausschüttung fürchten

Finanzdirektor Markus Dieth betonte, wie wichtig die AKB für den Kanton sei – dieser profitiert von Steuereinnahmen und von einer jährlichen Ausschüttung der Bank. Das zusätzliche finanzielle Engagement hat keine Auswirkungen auf die Kantonsfinanzen. Das Stiftungskapital und die jährliche Einlage von einem Prozent des Stiftungsvermögens tangieren die Höhe der Ausschüttung durch die AKB nicht.

Dieth sagte, die neue Stiftung könne wichtige Impulse für den Aargau setzen, das Gemeinwohl fördern und die gesellschaftliche Verantwortung der Kantonalbank deutlich machen. Die Stiftung Lebensraum Aargau sei keine Selbstverständlichkeit, sagte der Finanzdirektor, der stolz ist auf das Engagement der AKB. Dem Kanton gehe nichts verloren, betonte Dieth, ganz im Gegenteil: «Die Gesellschaft erhält über die Ausschüttungen einer Stiftung mehr zurück, als ihr in Form von Steuersubstrat entgeht.»

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