Coronakrise
1200 Entschädigungsgesuche bearbeitet und 1,6 Millionen Franken ausbezahlt: Turbulentes Jahr für die Aargauische Industrie- und Handelskammer

Zwar sind die Exporte gesunken, dafür die Stunden für Rechtsberatungen markant gestiegen. Die Bilanz der Aargauischen Industrie- und Handelskammer im Coronajahr.

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Beat Bechtold, Direktor der Aargauischen Industrie- und Handelskammer.

Beat Bechtold, Direktor der Aargauischen Industrie- und Handelskammer.

Britta Gut

Bereits zum zweiten Mal hintereinander – wie im vergangenen Jahr wegen des Coronavirus – fand die Generalversammlung der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) online statt. Abgestimmt wurde deshalb elektronisch.

Wie die AIHK mitteilt, habe sie im ersten Pandemiejahr, also 2020, vor allem in der Rechtsberatung sehr viel zu tun gehabt. So hat sie knapp 5300 Beratungen vorgenommen. Gegenüber 2019 ist dies eine Zunahme von rund 40 Prozent. Direktor Beat Bechtold sagt, dass die Rechtsberatung im Normalfall täglich acht bis zwanzig Anfragen erhalte. Ab Mitte März 2020 seien es so viele pro Stunde gewesen. Der März stellte sogleich auch den Spitzenmonat dar, in der die AIHK mehr als 1050 Beratungen durchgeführt hat.

Abstriche im Export-Bereich

Während des Pandemiejahres habe die Ausgleichskasse der Industrie- und Handelskammer rund 1200 Corona-Erwerbsersatzentschädigungen abgewickelt und rund 1,6 Millionen Franken an Mitgliedfirmen ausbezahlt, teilt sie weiter mit.

Die AIHK freut sich, dass sich während der Krisenzeit vor allem auch die guten Beziehungen gezeigt hätten. Man hätte ein hervorragendes Netzwerk zu wichtigen Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft, sagt Präsidentin Marianne Wildi. Dieses hätte sich vor allem in der politischen Debatte bewährt. Wildi sagt weiter, dass sich die AIHK weiterhin für die Interessen der Wirtschaft einsetzen werde.

Trotzdem hat die AIHK im Bereich Exporte Abstriche machen müssen. Diese seien wegen abgesagten Messen um rund 30 Prozent gesunken.

Zudem gibt es – wie die AIHK bereits vor zwei Monaten mitteilte – in der Coronakrise viele Verlierer im Aargau: Dort sticht der Detailhandel hervor. Hingegen scheinen die klassischen Bürobranchen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und die Unternehmensdienstleistungen glimpflich davongekommen zu sein. Marianne Wildi hält fest, dass es erfreulich sei, dass man gerade in der Krise unter vielen Akteuren eine grosse Solidarität habe spüren können. (az)