Griechenland

Aargauerin erlebt das Erdbeben auf Kos hautnah mit: «Ich bin beinahe aus dem Bett geflogen»

In der Nacht auf Freitag wurde die griechische Insel Kos von einem Erdbeben der Stärke 6,7 heimgesucht. Eine Aargauerin, die dort gerade Urlaub macht, erzählt von ihren Erlebnissen.

Die griechische Ferieninsel Kos wurde in der Nacht auf Freitag von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Nach offiziellen Angaben wurden zwei Menschen getötet und rund 120 weitere verletzt. 

Bilder von der Zerstörung durch das Erdbeben: 

Unter den betroffenen Feriengästen befindet sich auch eine junge Frau aus der Region Baden. Sie machte gerade eine Woche Urlaub auf Kos, als das Erdbeben die Insel erschütterte. «Wir waren im Hotel wurden von den Beben überrascht», erzählt die Aargauerin, die nicht namentlich genannt werden möchte. «Ich bin beinahe aus dem Bett geflogen.» 

Kos: Trümmer nach Erdbeben in der Ägäis

Kos: Trümmer nach Erdbeben in der Ägäis

Schnell realisierte sie, was sich gerade abspielte: «Wir haben im Zimmer gewartet, bis das Beben aufgehörte. Dann bin ich so schnell wie möglich aus dem Gebäude gerannt.» Mit anderen Gästen traf sie sich auf der Wiese vor dem Hotel. Und dort blieben sie auch: «Etwa die Hälfte der Hotelgäste verbrachte die Nacht im Freien auf Liegestühlen», erzählt die Touristin. «Zwar erklärte die Verwaltung, dass unsere Unterkunft sicher ist. Aber wir hatten ein mulmiges Gefühl, besonders da die Nachbeben ziemlich stark waren. Das Hotel stellte uns Liegestühle, Decken und Kissen kostenlos zur Verfügung.» 

Hafen ausser Betrieb

Von den Angestellten erfuhr sie, dass viele Anwohner und Touristen auf höhere Ebenen geflüchtet sind, aus Angst vor einem Tsunami. Dass aber tatsächlich ein Mini-Tsunami über den Yachthafen von Kos fegte, erfuhr sie erst, als der Morgen anbrach. «In der Nähe unseres Hotels wurde zum Glück nichts überschwemmt. Aber ich habe gehört, dass der nicht weit entfernte Hafen momentan ausser Betrieb ist.»

In Bodrum rennen Leute in Panik auf die Strasse.

In Bodrum rennen Leute in Panik auf die Strasse.

Mittlerweile habe sich die Lage etwas beruhigt, die Aufräumarbeiten haben begonnen. «Das letzte Nachbeben habe ich etwa um 10 Uhr gespürt», erzählt sie. Mit Sonnenaufgang zeichnen sich aber auch die Schäden, die das Erdbeben verursacht hat, ab: «In den Läden liegen überall Lebensmittel verstreut herum, in den Wänden zeichnen sich Risse ab und auch die Inneneinrichtung des Hotels wurde sehr in Mitleidenschaft gezogen.»

Sie erinnert sich: «Vor zwei Tagen war ich in der Stadt spazieren und kam an einem Torbogen vorbei.» Dieser wurde durch das Beben stark beschädigt. «Er ist zusammengebrochen, überall liegen Backsteine. Auf den Strassen herrscht Chaos.»

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