Abstimmungen

Aargauer versenken 1:12-Initiative mit deutlichen 71 Prozent

«Abzocker, zieht euch warm an!» - Doch SP-Nationalrat Cédric Wermuth schifft mit seiner 1:12-Abstimmung im Heimatkanton ab

«Abzocker, zieht euch warm an!» - Doch SP-Nationalrat Cédric Wermuth schifft mit seiner 1:12-Abstimmung im Heimatkanton ab

Was für eine Ohrfeige für 1:12-Vorkämpfer Cédric Wermuth in seinem Heimatkanton: Die Aargauer wollen nichts von einer Lohndeckelung wissen und lehnen die Initiative mit 71,12 Prozent Nein-Stimmen klar ab. Die Stimmbeteiligung lag bei 51,2 Prozent.

Keine Sympathien für die 1:12-Initiative im Aargau: 147'099 Aargauer Stimmberechtigte lehnen die 1:12-Initiative ab, 59'747 nehmen sie an.

Besonders bitter für 1:12-Mitinitiant Cédric Wermuth: In seiner Heimstadt Baden sagten nur 27,53 Prozent Ja, was sogar noch unter dem kantonalen Durchschnitt von 28,88 Prozent liegt.

Die Resultate aus einzelnen Gemeinden fallen zwar negativ, aber dennoch unterschiedlich aus. Meisterschwanden, die reiche Gemeinde an der Goldküste des Hallwilersees, lehnt die 1:12-Initiative der Jungsozialisten mit 78,8 Prozent Nein-Stimmen wuchtig ab.

Verglichen mit 19 anderen Gemeinden in allen Regionen des Kantons, ist der Wohnort von Swatch-Chef Nick Hayek am deutlichsten gegen eine Lohndecklung von CEO auf maximal das Zwölffache ihres schlechtestbezahlten Mitarbeiters.

Am anderen Ende der Skala steht Bremgarten, wo mit 32 Prozent Ja immerhin fast jeder dritte Stimmberechtigte, der an die Urne ging, die Lohninitiative gut findet.

Dazwischen liegen mit absteigenden Ja-Anteilen folgende Gemeinden: Wegenstetten 31%, Kölliken 30,8%, Dottikon 30,3%, Murgenthal 29,8%, Biberstein 29,6%, Reitnau 28,9%, Herznach 28,2%, Wohlenschwil 28%, Muri 27,8%, Mühlau 26,4%, Hägglingen 25,7%, Gansingen 25,1%, Islisberg 24,7%, Sins 23,4%, Wallbach 23,4%, Uerkheim 22,8% und Bergdietikon 22%.

Interessant sind die schlechten Sympathiewerte in Böttstein, wo die 1:12-Initiative mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 77,6 Prozent fast so deutlich versenkt wird wie in Meisterschwanden.

In den letzten Wochen war die Zurzibieter Gemeinde in den Schlagzeilen, weil der Gemeindeammann Patrick Gosteli über 100'000 Franken Lohn gefordert hatte.

Die Empörung war gross, die Gemeindeversammlung wies das Geschäft zurück. Einen Einfluss auf die nationale Vorlage hatte die lokale Abzocker-Debatte offenbar trotzdem nicht.

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