Dreispurige A1

Aargauer VCS-Chef kritisiert A1-Ausbau: «Das hört nie auf, dann staut es halt anderswo»

Der Aargauer VCS-Präsident Jürg Caflisch hält den Autobahnausbau für den falschen Weg.

Der Aargauer VCS-Präsident Jürg Caflisch hält den Autobahnausbau für den falschen Weg.

Der vorgezogene Ausbau der A1 auf drei Spuren, welcher Bundesrätin Doris Leuthard am Mittwoch angekündigt hatte, stösst im Aargau nicht nur auf Lob. Der bei Strassenfragen generell kritische VCS befürchtet, dass der Stau so nur verlagert wird.

So sehr sich TCS-Präsident Thierry Burkart freut über den A1-Ausbau, so deutlich kritisiert Jürg Caflisch, Präsident des VCS Aargau, das Vorhaben: «Wir freuen uns nicht über diese Absicht des Bundesrates und hoffen, dass das Parlament dann einen besseren Entscheid trifft. Zumal völlig unklar ist, wie das über das Jahr 2024 hinaus finanziert werden soll.» Ein Autobahnausbau nach dem anderen bringe letztlich nichts, sagt Caflisch.

Einst habe man gesagt, mit der dritten Bareggröhre werde der Stau verschwinden. Er habe sich einfach zum Gubrist verschoben, jetzt sei er auch zwischen Baden und Birr. Caflisch: «Das hört nie auf. Wenn man die Kapazitäten auf der Autobahn ständig erhöht, staut es andernorts. Das zeigt die Erfahrung. Dann muss man auch die Zufahrtsstrecken ausbauen, es braucht weitere Ortsumfahrungen usw.»

Caflisch wehrt sich auch gegen den geplanten Ausbau, weil der grösste Verkehrszuwachs auf den Freizeitverkehr zurückgehe. Man müsse diesen besser mit Anreizen steuern, so der VCS-Aargau-Präsident. Zum Beispiel mit mehr familienfreund- lichen Ausflugsaktionen des öffent-lichen Verkehrs und der stärkeren Propagierung von Naherholung: «Das wäre günstiger, würde wert-volle Landschaften schonen und die Leute hätten mehr Freude, wenn sie nicht im Stau stehen.

Autobahnausbau zwischen Aarau Ost und Birrfeld

Autobahnausbau zwischen Aarau Ost und Birrfeld

Der Ausbau auf 6 Spuren wird früher realisiert als ursprünglich geplant. Die kantonale Regierung konnte erfolgreich Druck auf den Bund ausüben.

Bundesrätin Leuthard zur Finanzierung

Bundesrätin Leuthard zur Finanzierung

Bis 2030 will der Bundesrat auf dem Nationalstrassennetz Erweiterungsprojekte im Umfang von rund 13,474 Milliarden Franken in Angriff nehmen. Mit dem Ausbauschritt 2019, den er am Mittwoch verabschiedet hat, will er 2,267 Milliarden investieren. Bundesrätin Doris Leuthard spricht im Video über die Finanzierung. (17.1.2018)

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