Alstom-Schock
Aargauer Unternehmer: «Das ist schwer verkraftbar»

Der Stellenabbau bei General Electric war auch in Aarau am Wirtschaftssymposium das grosse Thema. Aargauer Unternehmer zeigen sich betroffen – überrascht davon wurden jedoch nicht alle.

Manuel Bühlmann
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General Electric (GE) baut 1300 ehemalige Alstom-Stellen ab. Das ist rund jeder vierte Mitarbeiter jener Alstom-Stellen, die GE im November 2015 übernommen hat.

General Electric (GE) baut 1300 ehemalige Alstom-Stellen ab. Das ist rund jeder vierte Mitarbeiter jener Alstom-Stellen, die GE im November 2015 übernommen hat.

Sandra Ardizone

Die Schocknachricht traf kurz vor Beginn des Aargauer Wirtschaftssymposiums ein. Und wer von den rund 360 Wirtschaftsvertretern aus allen Branchen im Aarauer Kultur- und Kongresshaus noch nichts von den 1300 Entlassungen gehört hatte, der wurde spätestens von Moderator Franz Fischlin auf den aktuellsten Stand gebracht. Der massive Stellenabbau gab unter den Aargauer Unternehmern viel zu reden.

Der Entscheid komme für ihn «sehr überraschend», sagte Stefan Menziger, Leiter Einkauf bei Debrunner Acifer in Zofingen. «Für den Aargau ist der Abbau sehr dramatisch. Da gehen enorm viele Arbeitsplätze verloren. Das ist schwer verkraftbar.» Gerade auch deshalb, weil die aktuelle wirtschaftliche Lage ohnehin nicht einfach sei. Die Zusagen, durch die Übernahme seien keine Arbeitsplätze gefährdet, hätten sich als «leere Versprechen» herausgestellt. Überrascht wurde auch der Aarauer Optiker Aurèle Bühler: «Das ist beängstigend.» Die Entlassungen machten ihn betroffen. «Die Frage, die sich mir stellt: Wo gehen diese Leute alle hin?»

Weniger überraschend kam der Kahlschlag bei Alstom für andere Teilnehmer des Wirtschaftssymposiums. Peter Gehler, Zofinger Standortleiter des Pharmaunternehmens Siegfried, sagte: «Schon bei der Bekanntgabe der Übernahme durch General Electric habe ich die Sorge gehabt, dass es zu Entlassungen kommen könnte. Diese Gefahr besteht bei weltweiten Konzernen immer.» Der Stellenabbau sei eine schlimme Nachricht. «Noch schlimmer wäre gewesen, wenn der ganze Standort aus dem Aargau wegverlegt worden wäre.» Er befürchte, dass der Industriekanton künftig noch mehr unter Druck kommen könnte, bereits jetzt mache den Unternehmen der starke Franken zu schaffen. Peter Gehler: «Die Wirtschaft darf nicht noch zusätzlich durch ausgeweitete Regulierung und eingeschränkte Personenfreizügigkeit belastet werden.»

Erst am Symposium von den Entlassungen erfahren hat Hans Ischer. Für den Leiter Produktmanagement der Heizmann AG in Aarau hat sich der Abbau nach der Übernahme durch General Electric abgezeichnet. «Ich habe aber nicht erwartet, dass der Einschnitt so massiv sein würde.» Für die Betroffenen sei die Situation sehr schwierig: «Vielen dürfte es nicht leicht fallen, eine neue Stelle zu finden.» In Bezug auf den Standort Aargau macht sich Ischer hingegen weniger Sorgen. «Die Aargauer Wirtschaft ist sehr lokal verwurzelt und lebt vor allem von den KMU.» Einen generellen Abwärtstrend befürchtet er nach den Entlassungen durch den Weltkonzern im Kanton Aargau nicht.

Alstom streicht 1300 Stellen - Mitarbeiter auf dem Weg zu einem Informationsanlass des Unternehmens am Mittwochmittag
22 Bilder
Alstom streicht 1300 Stellen - Mitarbeiter auf dem Weg zu einem Informationsanlass des Unternehmens am Mittwochmittag
1300 Jobs werden gestrichen - im Bild: Mitarbeiter verlassen in Birr ihren Arbeitsplatz (Archivbild)
Jeder vierte Mitarbeiter der Alstom muss gehen
Alstom-Manager Philippe Cochet
Impressionen der Firma Alstom
Fünf Standorte im Aargau sind betroffen
Alstom in Birr

Alstom streicht 1300 Stellen - Mitarbeiter auf dem Weg zu einem Informationsanlass des Unternehmens am Mittwochmittag

Sandra Ardizzone

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