Wirtschaft

Aargauer Unternehmen sind mit dem Geschäftsjahr zufrieden

«Nur wenn die Wirtschaft mit einer Stimme spricht, können wir Erfolg haben.» Marianne Wildi, Präsidentin AIHK.

«Nur wenn die Wirtschaft mit einer Stimme spricht, können wir Erfolg haben.» Marianne Wildi, Präsidentin AIHK.

An der GV der Industrie- und Handelskammer hat Präsidentin Marianne Wildi über die Wahlen gesprochen und ihr Rezept verraten, wie die Bürgerlichen ihre Chance nutzen können.

Die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK) blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Aargauer Unternehmen sind mehrheitlich zufrieden. Die Mitgliederzahl ist leicht angestiegen, die Finanzen sind stabil.

Die relevantesten Abstimmungen sind im Sinne der AIHK ausgefallen. «Warum so viel Drama, wenn es uns doch eigentlich gut geht?», fragte AIHK-Präsidentin Marianne Wildi gestern in ihrer Begrüssungsrede an der Generalversammlung im Trafo Baden.

Die Antwort gab sie sich gleich selber. Es ist Wahljahr. Die Wahlen seien die nächste grosse Herausforderung. «Wir haben die Chance, dass der Kanton Aargau wieder von zwei bürgerlichen Ständeräten repräsentiert wird», sagte Wildi. «Und diese Chance sollten wir packen!»

Die AIHK empfiehlt für die beiden Sitze gleich drei Kandidierende: Marianne Binder (CVP), Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP). An geeigneten Köpfen mangelt es also nicht. Um zwei von ihnen auch ins Stöckli zu bringen, braucht es aber mehr.

Es genüge nicht, zusammenzukommen und sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen, sagte Wildi. Es gehe um eine echte Zusammenarbeit. Darum, sich zusammenzuraufen, auch wenn man nicht bei allen politischen Themen einer Meinung sei. «Nur wenn die Wirtschaft mit einer Stimme spricht, können wir Erfolg haben.»

Aufruf, sich zu engagieren

Es gelte, zu akzeptieren, dass die politischen Anliegen der grossen, multinationalen Konzerne manchmal anders aussehen, als jene der binnenwirtschaftlichen Firmen. «Auch hier müssen wir den Mittelweg finden», sagte Wildi. Zusammenstehen heisse für sie, gegenseitiges Verständnis zu haben und auf Extreme zu verzichten.

Natürlich werde sich die Industrie- und Handelskammer auch zu den Nationalratswahlen äussern. Dies allerdings zu einem späteren Zeitpunkt, so Wildi. Es gehe jetzt darum, die Weichen für die Ständeratswahlen zu stellen. Darum, was Wirtschaftsvertreter und -verband tun können.

Die AIHK-Präsidentin rief Kaderpersonen dazu auf, sich in der Zivilgesellschaft zu engagieren. Denn: «Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es tatsächlich eine gewisse Entfremdung zwischen Eliten und einem Teil der übrigen Gesellschaft gibt.» Jede Kaderperson, die sich engagiere, helfe, diesen Graben zuzuschütten.

Dank an den Geschäftsführer

Der offizielle Teil der Generalversammlung war schnell abgehandelt. Die Mitglieder genehmigten ohne Diskussion und ohne Gegenstimme den Jahresbericht, die Jahresrechnung, den Mitgliederbeitrag und den Voranschlag für 2020. So blieb der Präsidentin genug Zeit für eine kleine Überraschung.

Sie habe etwas mitgebracht, sagte Wildi. Es sei wahnsinnig lang, wenn sie das jetzt vorlesen würde. Es sei ein Porträt von jemandem, der seit 32 Jahren für die Handelskammer arbeite, der seit 14 Jahren Geschäftsführer der Handelskammer sei. Ein Porträt von jemanden, den sie persönlich sehr schätze.

Deshalb bedaure sie, dass er sich entschlossen habe, aufzuhören. Sie übergab Geschäftsleiter Peter Lüscher zum Dank ein Bild, das ihn auch nach seiner Pensionierung noch an die Zeit bei der Industrie- und Handelskammer erinnern soll. Lüscher freute sich und stellte klar, dass er jetzt aber zuerst noch ein halbes Jahr weitermache.

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