Ferienplätze für die geliebten Haustiere sind begehrt. «Im Moment sind alle Plätze durch Ferienhunde besetzt», sagt auch Thomas Rosskamp von Outback-Kennels Brugg. Acht Hunde, die von ihren Besitzern weggegeben wurden, leben derzeit im Tierheim. «Die meisten Leute wissen, dass sie die Hunde nicht im Sommer in unsere Obhut geben können», so Rosskamp. Deshalb würden sie die Tiere unter dem Jahr übergeben. 

Auch das Tierheim Arolfingen in Rothrist ist vollends ausgebucht. Ebenfalls acht Hunde warten derzeit auf einen neuen Besitzer, 20 Hunde verbringen hier ihre Ferien. Doch wer einen Ferienplatz für den Vierbeiner will, kommt zu spät. «Rund einen Monat vor Ferienbeginn sind wir jeweils ausgebucht», sagt Nicole Kreuz, Stellvertretende Leiterin. Last-minute-Ferien gibt es nicht.

Mikrochip verrät Besitzer

Wer sich also nicht frühzeitig um die Versorgung seines Hundes, seiner Katze oder seines Meerschweinchens kümmert, hat keine Chance mehr auf einen Platz im Ferienheim. In solchen Fällen kann man sich an den Aargauer Tierschutz wenden, der andere Ferien-Tierheime angeben kann. Für Ferientiere sieht sich der Tierschutzverein aber nicht zuständig. Er hat mit den Verzichtstieren schon genug zu tun.

Die Tiere auszusetzen, ist offenbar immer noch Thema. Astrid Becker, Präsidentin des Aargauer Tierschutzvereins, weiss: «Es werden immer noch Hunde und Katzen ausgesetzt. Die gefundenen Hunde haben aber meistens keinen Mikrochip.» Mit implantiertem Chip würden die enthaltenen Daten sofort zum Besitzer führen.

Mitarbeiter nehmen Katzen nach Hause

Da Katzen nicht gechippt sind, werden sie auch häufiger ausgesetzt. Für die sogenannten «Findelbüsi» wird dann ein Platz in einem Tierheim gesucht. So auch für die «Verzichtskatzen», die von ihren Besitzern weggegeben werden. Die Platzsuche erweist sich im Sommer als schwierige Aufgabe. «Kapazitätsmässig sind wir total am Limit», sagt Becker. Weil es im Tierheim des Tierschutzvereins in Untersiggenthal kein Platz mehr gibt, nehmen die Mitarbeiter die Katzen auch schon einmal nach Hause. «Gerade heute war ich an einem Fall, wo wir acht kleine Katzen aufnehmen müssen», erzählt Becker. «Wir haben keine Ahnung wohin damit.»

Auch ehrenamtliche Helfer sind aufgeboten, auszuhelfen. Die Präsidentin selbst hat derzeit eine Katze mit zwei Kleinen bei sich aufgenommen. «Wir versuchen, das Problem aufzufangen. Aber irgendeinmal sind auch die Aussenstellen voll.» In Notfällen versucht der Tierschutz aber immer, ein Plätzchen zu finden. So beispielsweise wenn jemand stirbt und ein Haustier hinterlässt.

Grundsätzlich sei jeder für sein Tier verantwortlich, meint Becker. «Wenn ich in die Ferien gehe, schaue ich, dass meine Tiere gefüttert werden. Wenn ich keinen Ferienplatz für sie finde, und meine Nachbarn nicht einspringen können, verzichte ich halt auf meine Ferien.» Aussetzen sei sicherlich keine Lösung.