Pirmin Umbricht, Winzer aus Untersiggenthal, hat um 16.15 Uhr alle Hände voll zu tun. Er steht hinter der Bar der Terrasse de Confrérie und schenkt den Gästen Aargauer Wein ein. Die Luft ist feucht und riecht nach Alkohol. Draussen giesst es in Strömen. Ideales Timing also, um im Trockenen ein, zwei Gläser Wein zu trinken beziehungsweise sich bei einer Degustation von der Vielfalt der Aargauer Weine zu überzeugen. Die Degustation hat der Branchenverband Aargauer Wein organisiert. Wie viel Wein schon ausgeschenkt wurde, kann Pirmin Umbricht nicht sagen. «Ich habe keinen Überblick. Ich weiss nur: Der Wein geht schnell weg.»

Insgesamt hat der Verband 16 Sorten Wein – acht Weisse und acht Rote – nach Vevey gebracht. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich also durch die ganze Palette trinken. Also fast. Mitte Nachmittag waren drei Sorten bereits weg. «Mir seckled z’Vierte», sagt Umbricht mit Blick auf seine Kolleginnen und Kollegen hinter der Bar. Es ist seine erste Fête des Vignerons. Sein «Signature» ist einer der vier Aargauer Staatsweine 2019. Er erhielt den Titel in der Disziplin «rote Spezialitäten».

Von  strahlend blau bis pflotschnass: der Aargauer Tag an der Fête des Vignerons im Video

Von strahlend blau bis pflotschnass: der Aargauer Tag an der Fête des Vignerons im Video

Die Döttinger sind auf Vereinsreise 

An der Bar erkennt Pirmin Umbricht ein bekanntes Gesicht. Benno Wäger, Mitglied des Vereins Winzerfest Döttingen, hat den Weg an den Aargauer Stand gefunden. Sie seien auf einer zweitägigen Vereinsreise, erzählt er. Angereist sind die Döttinger nicht mit dem Extrazug des Kantons, sondern mit dem Car. Für die 30-köpfige Gruppe geht es am Mittwoch weiter ins Wallis. Umbricht schenkt seinem Kollegen ein Glas Rotwein ein. «Mein erster heute», sagt Wäger. Wirklich? «Mein erster Roter», konkretisiert er. Und auch der erste Aargauer an diesem Tag. Bis jetzt habe er nur weissen Waadtländer getrunken. «Wir sind hier schliesslich in Vevey.» Recht hat er. Aargauer Wein kann er schliesslich das ganze Jahr trinken.

Die schönsten Bilder vom Aargauer Tag an der Fête des Vignerons:

Les Welsches mögen den Aargauer Wein

Anders die Waadtländer. Eine Gruppe findet, er munde. Sie würden die Aargauer Weine bestens kennen. Möglicherweise sind sie etwas parteiisch. Einer erzählt, er sei ein Kollege von Anton Meier gewesen und kenne auch dessen Sohn Andreas Meier. Sein Weingut zum Sternen in Würenlingen ist in der Romandie bestens bekannt, weil sie Jungpflanzen ins Lavaux liefern. Der «Chardonnay Wannenberg» konnte an der Fête des Vignerons auch degustiert werden. Er gehörte zu den sechzehn Finalweinen der diesjährigen Staatsweinkürung.

Dass die Weindegustation des Branchenverbands nicht nur Aargauer anzieht, ist schwer zu überhören. Pirmin Umbricht bedient Französisch sprechende und Englisch sprechende Gäste. Sie alle können sich auf der Terrasse de Confrérie auch über den Weinkanton Aargau informieren und erfahren, dass der Aargau mit rund 400 Hektaren Rebfläche der viertgrösste Weinbaukanton der Deutschschweiz ist. In den sieben Weinbauregionen gibt es rund 70 Weinbaudörfer. Damit darf man in Vevey ruhig etwas angeben.

Das sagen die Besucherinnen und Besucher zur Fête des Vignerons