Lohndeckel-Streit
Aargauer SVP wehrt sich gegen Dellenbachs Kritik

Der Grosse Rat habe, initiiert von der SVP, sogar die Jungsozialisten links überholt mit ihrem Lohndeckel-Entscheid. Das sagte AKB-Chef Rudolf Dellenbach im Interview mit der «Aargauer Zeitung». Die SVP will das nicht auf sich sitzen lassen.

Marina Bertoldi
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Die SVP mit Kantonalparteipräsident Thomas Burgherr erhebt Vorwürfe gegen AKB-Chef Rudolf Dellenbach.

Die SVP mit Kantonalparteipräsident Thomas Burgherr erhebt Vorwürfe gegen AKB-Chef Rudolf Dellenbach.

Annika Bütschi/Alex Spichale

Im Interview mit der az äusserte sich erstmal Rudolf Dellenbach, Chef der Aargauer Kantonalbank, zum Entscheid des Grossen Rates, den Lohn des künftgen AKB-Chefs auf 600'000 Franken zu beschränken. Dellenbach zeigte sich enttäuscht: «Wir werden abgestraft trotz jahrelangen super Ergebnissen, mit einem populistischen Thema, ohne dass wir etwas falsch gemacht hätten.»

Zum Eingriff der Politik in die Lohnpolitik sagte Dellenbach: «Der Grosse Rat hat die Jungsozialisten links überholt, initiiert von der SVP.»

Die Reaktion der SVP Aargau liess nicht lange auf sich warten. In einer Pressemitteilung gratuliert Parteipräsident Thomas Burgherr im Namen der SVP der AKB zum guten Halbjahresergebnis, wehrt sich aber gegen den Vorwurf, linker als die Juso zu politisieren: «Die SVP ist schockiert über die Aussage von CEO Rudolf Dellenbach.»

Bereits vor acht Jahren habe die Partei die AKB davor gewarnt, Löhne in der Höhe von über einer Million auszuzahlen, ansonsten die SVP eingreifen würde.

Infolge dessen lancierte die SVP Aargau eine Motion zur Lohndeckelung. Die Motion sei vor den Wahlen des Grossen Rats von den bürgerlichen Parteien fast einstimmig unterstütz worden. Die Kantonalbank habe daraufhin grossen Druck auf die Ratsmitglieder ausgeübt, sodass sich einige Fraktionen wieder umentschieden hätten.

Die SVP Aargau ist überzeugt, dass auch mit dem Lohndeckel qualifiziertes Personal gefunden werden könne.

AKB-Chef Dellenbach dagegen befürchtet, die Auswahl dürfte eng sein, «denn die AKB ist mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Lohndeckel auf Geschäftsleitungsstufe weg vom Markt».