Arbeiternehmerorganisation
Aargauer Super-Gewerkschaftsverbund gegründet – Irène Kälin ist erste Präsidentin

Der Aargauer Gewerkschaften bekommen ein gemeinsames Dach. Die am Donnerstagabend gegründete "Arbeit Aargau" soll für rund 18 Gewerkschaften eine starke politische Stimme sein. Die Grüne Irène Kälin wird erste Präsidentin.

Andreas Fahrländer
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Frisch gewählt: die erste Präsidentin von "Arbeit Aargau", Irène Kälin.

Frisch gewählt: die erste Präsidentin von "Arbeit Aargau", Irène Kälin.

Aargauer Zeitung

Die Aargauer Gewerkschaftsdachverbände schliessen sich zu einem übergeordneten Dachverband mit dem klingenden Namen "Arbeit Aargau" zusammen. Delegierte des Aargauischen Gewerkschaftsbunds (AGB), der Vereinigung Aargauischer Angestelltenverbände (VAA) und deren Mitgliederverbände gründeten gestern in Aarau die neue Dachorganisation.

Sie soll laut Manfred Dubach, Geschäftsführer des Lehrerverbands alv, die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kanton Aargau vertreten und ein Gegengewicht zu den kantonalen Wirtschaftsverbänden sein. 18 Verbände mit rund 30 000 Mitgliedern treten nun nach aussen gemeinsam unter dem gestern präsentierten Logo auf.

Das Logo der neuen Dachorganisation der Aargauer Gewerkschaften

Das Logo der neuen Dachorganisation der Aargauer Gewerkschaften

Aargauer Zeitung

Nicht alle Gewerkschaften machen mit

Noch nicht unter dem neuen Dach sind unter anderem die Gewerkschaft Syna, die Angestelltenverbände von ABB und Alstom, der Staatspersonalverband, die Hotel & Gastro Union und der Verband Kantonspolizei Aargau. Insgesamt 16 Verbände sollen nach den Plänen von "Arbeit Aargau" in Zukunft dazugeholt werden.

Irène Kälin, Lenzburger Grossrätin und ehemalige Sekretärin der Unia Aargau, wurde zur ersten Präsidentin des neuen Verbands gewählt. Kälin verglich den neuen Dachverband mit einem Orchester, dass nur gemeinsam den Takt und die richtigen Töne finden könne.

"Ich freue mich auf den Klang und den Widerhall dieses Arbeitersymphonieorchesters", sagte die frisch gewählte Präsidentin. Der neu gewählte Vorstand ernennt nun die Geschäftsführung - aller Voraussicht nach wird AGB-Sekretärin Viviane Hösli die Leitung übernehmen.

Sie wird die Geschäftsstelle zusammen mit Andrea Rey, Verbandssekretärin des VAA, führen. Die Geschäftsstelle zieht an die Bachstrasse in Aarau, wo auch der AGB, die Unia Aargau und die SP Aargau ihren Sitz haben.

Schlagkräftig wie hier in der gemeinsamen Antispar-Kundgebung will "Arbeit Aargau" sein

Über 8000 ziehen durch Aarau Richtung Grossratsgebäude.
30 Bilder
Lehrer-Demo in Aarau
alv-Präsidentin Elisabeth Abbassi hielt eine flammende Rede gegen die Sparpläne.
Auch auf der Terrasse vor dem Grossratsgebäude standen die Demonstranten dicht gedrängt.
Auch Schülerinnen und Schüler waren unter den Kundgebungsteilnehmern.
Emoji weint wegen Sparmassnahmen.
Regierungsrätin Susanne Hochuli passiert die Demonstranten. Offensichtich gut gelaunt.
Übergabe der Petion an Grossratspräsident Marco Hardmeier...
...die 49'000 Unterschriften wiegen ganz schön schwer.
Im Visier: Bildungsdirektor Alex Hürzeler.
Der Demozug durch die Aarauer Innenstadt.
Die Kundgebung aus Sicht des Grossratsgebäudes. Fotografiert von Thomas Leitch, SP-Grossrat und Präsident der Bildungskommission
Tausende trotzen der Kälte und demonstieren.
alv-Präsidentin Elisabeth Abbassi bei ihrer flammenden Rede gegen das Sparprogramm des Kantons.
Iseli spricht für die Anliegen der Kapo
Lehrer und andere Staatsangestellten ziehen protestierend durch Aarau zum Grossratsgebäude.
Diverse selber kreierte Plakate an der Demo gegen Bildungsabbau.
Auch die Beamten der Kantonspolizei Aargau marschierten am Protestzug als «weisser Block» mit.
Auch die Beamten der Kantonspolizei Aargau marschierten am Protestzug als «weisser Block» mit.
Auch die Beamten der Kantonspolizei Aargau marschierten am Protestzug als «weisser Block» mit.
Protest gegen Bildungssabbau in Aarau
Sarkasmus auf Demoplakat.
Auch der US-Wahlkampf spielt mit.
Demo in Aarau. Start am Bahnhof
Sparschwein als Maskotchen gegen Bildungsabbau
Demo in Aarau. Start am Bahnhof
Die Demonstranten versammeln sich am Bahnhof
Der Protestzug auf dem Weg zum Grossratsgebäude
Der Protestzug auf dem Weg zum Grossratsgebäude

Über 8000 ziehen durch Aarau Richtung Grossratsgebäude.

Fabio Baranzini

Zu wenig Frauen, zu hohe Beiträge?

Der frühere Präsident des AGB, Regierungsrat Urs Hofmann, sagte im Anschluss an die Gründungsversammlung: "Im Aargau ist es nicht so, dass die Arbeitnehmerorganisation in der Politik bestimmend sind, sondern alles daran setzen müssen, gehört zu werden."

Es sei wesentlich, dass man wahrgenommen werde. Das sei am besten möglich, wenn man sich zusammenschliesse und eine kräftige Stimme erheben könne.

"Ich hoffe, dass Arbeit Aargau den Kanton auf dem Weg in die Zukunft unterstützen und einer Politik, die nur noch abbauen, zu Boden reissen und aus ideologischen Gründen nur noch sparen will, die Stirne bieten wird", sagte Hofmann weiter.

Zu reden gab an der Gründungsversammlung auch, dass zu wenig Frauen im Vorstand vertreten seien, und ob der Mitgliederbeitrag von 5.50 Franken pro Jahr akzeptabel sei.