Das Stipendiengesetz und Stipendiendekret sowie die Stipendienverordnung gelten ab dem 1. August, wie die Aargauer Staatskanzlei am Freitag mitteilte.

Studenten müssen das zinslos gewährte Darlehen innerhalb von zehn Jahren nach Ausbildungsende zurückzahlen. Betroffen sind 1200 Personen, die rund neun Millionen Franken pro Jahr als Stipendien beziehen.

Mit dem Splittingmodell sollen drei Millionen Franken pro Jahr eingespart werden. Wie hoch die Einsparungen unter dem Strich ausfallen, ist jedoch offen: Wenn Studierende einer Teilzeitarbeit nachgehen, um sich nicht verschulden zu müssen, so verlängert sich die Studienzeit.

Als Folge davon muss der Aargau den Universitäten länger eine Abgeltung bezahlen. Verlängert ein Drittel der Studierenden wegen des Verzichts auf ein Darlehen das Studium, so fallen beim Kanton Mehrkosten von 570'000 Franken pro Jahr an.

Der Aargau trat 2014 dem Stipendienkonkordat bei, was Anpassungen des kantonalen Gesetzes bedingte. Auch ausländische Personen haben künftig Anspruch auf Stipendien. Gleichzeitig verschärfte die bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat die Spielregeln für die Vergabe der Stipendien.

Aargau auf dem letzten Rang

Das Aargauer Volk hatte die umstrittene Revision des Gesetzes über Ausbildungsbeiträge am 4. März mit 119'746 Ja- zu 76'243 Nein-Stimmen gutgeheissen. Die Bürgerlichen waren für die Revision, die Linken dagegen. Auf Antrag der SP wurde das Gesetz dem Volk zum Entscheid vorgelegt.

Der Aargau wird im Stipendienwesen gemäss den Gegnern fortan den letzten Rang der Kantone belegen. Ein ähnliches Splittingmodell kennen unter anderem die Kantone Bern, Luzern, Thurgau und Uri.