Aargauer Spitäler
Ertrag des Kantonsspitals Aarau bricht um 38 Millionen Franken ein – der Regierungsrat ist besorgt

Die provisorischen Jahresabschlüsse 2020 der Kantonsspitäler liegen vor. Das Kantonsspital Aarau verzeichnet wegen der Covid-Pandemie einen Rekord-Ertragseinbruch. Das Kantonsspital Baden und die Psychiatrischen Dienste haben die Krise besser gemeistert.

Noemi Lea Landolt
Merken
Drucken
Teilen
Der Regierungsrat wird die weitere Entwicklung des Kantonsspitals Aarau genau verfolgen.

Der Regierungsrat wird die weitere Entwicklung des Kantonsspitals Aarau genau verfolgen.

Michael Küng / AAR

Die Coronakrise trifft die Spitäler. Aber wie hart? Diese Frage lässt sich erstmals mit Zahlen beantworten. Für das Jahr 2020 liegen die provisorischen Jahresabschlüsse der drei kantonseigenen Spitäler vor. Das sind: das Kantonsspital Aarau (KSA), das Kantonsspital Baden (KSB) und die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG).

Das Sorgenkind ist das KSA. Das grösste Spital im Kanton verzeichnet im Coronajahr einen massiven Ertragseinbruch, wie der Regierungsrat am Freitagmorgen mitteilt. Es erzielte einen Jahresverlust in der Grössenordnung von rund 38 Millionen Franken.

Zweimal null – beim Ebitda und bei der Ebitda-Marge

Der Ebitda, also der Gewinn ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen, liegt bei null Franken. Die Ebitda-Marge beträgt null Prozent. 2019 lag sie noch bei 6,2 Prozent, die Vorgabe des Kantons beträgt 10 Prozent.

Die schlechten Zahlen beunruhigen den Regierungsrat. In der Mitteilung heisst es:

«Der Regierungsrat hat den Ertragseinbruch mit Besorgnis zur Kenntnis genommen und wird die weitere Entwicklung genau verfolgen».

Weitere Informationen erfolgten mit der Bekanntgabe des definitiven Jahresabschlusses, heisst es in der Mitteilung.

Wie konnte das passieren?

Als Hauptgründe für den Ertragseinbruch werden in der Mitteilung mehrere Punkte aufgeführt:

  1. Das Verbot von nicht-dringlichen Eingriffen während des Lockdowns im Frühling
  2. Der Rückgang der nicht-dringlichen Eingriffe während der zweiten Welle
  3. Der gesunkene durchschnittlich Schweregrad der Behandlungsfälle
  4. Der Fachkräftemangel

Kantonsspital Baden steht besser da

Bessere Nachrichten verkündet der Regierungsrat zum KSB und zu den PDAG. Am KSB beträgt der Unternehmensverlust wegen der Coronapandemie fünf Millionen Franken – ein Bruchteil verglichen mit den 38 Millionen Franken des KSA.

Die Ebitda-Marge des KSB liegt 2020 bei fünf Prozent (Vorjahr: 10,4 Prozent). Der Ebitda beläuft sich auf 20 Millionen Franken.

Sieben Millionen Franken Gewinn für die PDAG

Bei den PDAG beträgt die Ebita-Marge 9,5 Prozent – das entspricht einem Rückgang von 2,6 Prozentpunkten. Der Ebitda beträgt rund 15 Millionen Franken und es wurde ein Unternehmensgewinn in der Höhe von rund 7 Millionen Franken erzielt.

Der Regierungsrat ist zufrieden mit den beiden kantonseigenen Spitälern im Osten:

«Das KSB hat unter den gegebenen Umständen einen guten und die PDAG einen sehr guten Jahresabschluss erzielt.»

Was die Ertragsausfälle und Zusatzkosten der Coronapandemie betrifft, hat der Regierungsrat bereits im Dezember kommuniziert, dass er die Spitäler «angemessen» entschädigen wolle. Die entsprechende Vorlage an den Grossen Rat werde vorbereitet.