Wahlen

Aargauer SP-Frauen werben mit Wurst-Plakat: «5 Männer im Regierungsrat sind 3 zu viel»

Die Plakataktion stammt von den SP Frauen*Aargau um Co-Präsidentin Mia Gujer.

Die Plakataktion stammt von den SP Frauen*Aargau um Co-Präsidentin Mia Gujer.

Die Plakataktion der SP Frauen*Aargau soll das Geschlechterverhältnis in der Regierung und im Parlament thematisieren. Bei der Aktion rückt die Partei in den Hintergrund.

«5 Männer im Regierungsrat sind 3 zu viel» und «Frauen wählen! Immer.» heisst es auf einem der ungewöhnlichen Wahlplakate, die seit Freitagnachmittag im Aargau hängen. Auf dem anderen wird das Geschlechterverhältnis im Parlament thematisiert, dass auf eine Frau im Grossen Rat derzeit zwei Männer kommen.

Und auch hier: «Frauen wählen! Immer.» Urheberinnen der Plakataktion sind die SP Frauen*Aargau. «Wir wollen nicht nur immer sagen, dass Frauen gewählt werden sollen, sondern auch aufzeigen, wie gross das Ungleichgewicht ist», sagt die Co-Präsidentin der SP Frauen*Aargau Mia Gujer. Weil das alle Parteien gleichermassen betreffe, stelle man die SP nicht in den Vordergrund, obwohl das SP-Logo auf dem Plakat prangt. «Die SP macht viel für die Gleichberechtigung, die anderen müssen aber mitziehen», so Gujer.

Tatsächlich musste die SP einiges an Kritik einstecken, weil sie für die Nachfolge ihres Regierungsrats Urs Hofmann Dieter Egli nominiert hat – die Genossinnen und Genossen betonen zwar gerne, dass auch die anderen Parteien gefordert seien, mehr Frauen in die Aargauer Politik zu bringen. Die Juso hat die Kandidatur Eglis aber dazu bewogen, mit einer Dreier-Frauen-Kandidatur von Zoe Sutter, Patricia Hegglin und Cybel Dick­son ebenfalls ins Rennen zu steigen. Als weitere Frau kandidiert Theres Schöni (LOVB), aber die einzige Kandidatin mit reellen Wahlchancen ist Christiane Guyer (Grüne). Sie und Dieter Egli treten gemeinsam an, um zu erreichen, dass Links-Grün wieder mit zwei Sitzen im Regierungsrat vertreten ist.

Wahlkampf direkt bei der Bevölkerung

Von gemeinsamem Wahlkampf merkt man bisher aber wenig. Und während Dieter Egli mit seiner Reihe «Dieter am Dienstag» unterwegs ist, bleibt es um Christiane Guyer vordergründig noch ziemlich ruhig. Das täusche, wie die Kandidatin versichert, sie sei durchaus auf Wahlkampftour. Sie sei bis zu den Wahlen beispielsweise samstags an Standaktionen im ganzen Kanton präsent. «Meine Politik ist nahe bei den Leuten. Ich möchte gezielt auf die Leute zugehen und direkt mit ihnen reden. Auch um mich den Wählerinnen und Wählern im Aargauer Osten vorzustellen», erklärt sie. In Zofingen, wo Christiane Guyer langjährige Stadträtin ist, steht sie von Amtes wegen ab und zu auch im Mittelpunkt – wie zum Beispiel letzte Woche, als sie als Ressortleiterin Sicherheit bei der Einweihung der neuen Drehleiter der Stützpunktfeuerwehr Zofingen dabei war.

Christiane Guyer setzt aber vor allem auf ihren offensichtlichsten Vorteil gegenüber ihrem Kollegen von der SP: dass sie eine Frau ist. So hat sie am Donnerstagabend den Anlass der Frauenzentrale Aargau besucht. Weitere, spezifisch auf Frauen ausgerichtete Aktionen, Reden und Anlässe seien geplant.

Frauenanliegen sind überparteilich

«Als Grüne vertrete ich die ökologischen und sozialen Themen und als Zofingerin den Westaargau. Es ist aber auch ein zentrales Anliegen, die Frauen im Regierungsrat zu vertreten», sagt Guyer. Das geschieht bei der Grünen, wie auch die Plakataktion der SP-Frauen, vor allem überparteilich. «Es ist keine Frage der Parteifarbe, wie etwa Familie und Beruf vereinbar sind», so Guyer. Natürlich deckten sich die Lösungsansätze der einzelnen Parteienvertreterinnen nicht zwingend, aber ohne die Mitwirkung Betroffener würden die Frauenthemen nicht gleich auf den Tisch kommen, ist Guyer überzeugt. In die Regierung gehöre also zwingend eine Frau, weil sonst 50 Prozent der Aargauer Bevölkerung nicht vertreten seien. Zweitens zeige ihre Erfahrung, dass in gemischten Teams bessere Lösungen für alle entstehen. «Die Art der Auseinandersetzung ist unterschiedlich und darum sind es auch die Lösungswege», so Guyer. Aber: Auch reine Frauenteams seien nicht ideal, «das ist absolut gegenseitig».

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