Bundesgericht

Aargauer soll nach illegalem Autorennen zum «Idiotentest»

Illegals Raserrennen mit Aargauer Beteiligung. (Symbolbild)

Illegals Raserrennen mit Aargauer Beteiligung. (Symbolbild)

Sieben getunte Fahrzeuge führten auf einer Autobahn ein illegales Autorennen durch. Für das Bundesgericht ein klarer Fall: Es bestehen Zweifel an der Fahreignung, deshalb ist eigentlich ein «Idiotentest» fällig.

Nach den Feststellungen einer deutschen Polizeistreife wurde am 6. April 2013 um 00.40 Uhr auf der Autobahn zwischen Schaffhausen und Stuttgart mit sieben getunten Fahrzeugen, alle mit Schweizer Kennzeichen, ein illegales Autorennen ausgetragen.

Zu diesem Zweck sollen die sieben Boliden zunächst sämtliche Fahrspuren blockiert, anschliessend die Geschwindigkeit stark auf ca. 80 – 100 km/h reduziert und auf diese Weise vor sich einen Freiraum geschaffen haben. Nach einer gewissen Zeit hätten dann die vorderen vier Fahrzeuge massiv beschleunigt und ein Rennen ausgetragen, während die drei verbleibenden Fahrzeug weiterhin bei langsamer Fahrt beide Fahrspuren blockiert hätten.

400 Euro Busse und Ausweisentzug               

Eines dieser „Block-Fahrzeuge“ hatte Aargauer Kontrollschilder. Der Fahrer wurde in Deutschland wegen Teilnahme an einem illegalen Rennen mit 400 Euro gebüsst und mit einem einmonatigen Fahrverbot für Deutschland belegt.

Der Lenker focht diesen Entscheid an. Trotzdem entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau dem Lenker den Führerausweis vorsorglich auf unbestimmte Zeit und ordnete eine verkehrspsychologische Begutachtung an. Das Aargauer Verwaltungsgericht hob den vorsorglichen Führerausweisentzug auf, bestätigte jedoch den angeordneten „Idiotentest“.

«Verwantwortungslos und charakterliche Defizite»

Dieses Vorgehen hat das Bundesgericht nun als Widerspruch in sich bezeichnet. Für die Richter in Lausanne ist vorab klar: Wer auf einer öffentlichen, für den allgemeinen Verkehr nicht gesperrten Strasse ein Autorennen veranstaltet, daran teilnimmt oder an dessen Durchführung mitwirkt, erweckt ernsthafte Zweifel an seiner Fahreignung.

Ein solches Verhalten „ist verantwortungslos und legt nahe, dass der Betreffende charakterliche Defizite aufweist und keine Gewähr dafür bietet, seinen Pflichten als Lenker eines Motorfahrzeuges jederzeit zuverlässig nachzukommen“. Dementsprechend sei dem Lenker zu Recht vorsorglich der Führerausweis entzogen und die verkehrspsychologische Abklärung angeordnet worden.

Da nun aber das Aargauer Verwaltungsgericht dem Lenker den Führerausweis wieder ausgehändigt habe, bestehe im jetzigen Zeitpunkt auch kein Anlass, vorsorglich eine Fahreignungsprüfung anzuordnen. Es gelte nun, den Abschluss des Strafverfahrens in Deutschland abzuwarten und dann zu entscheiden, ob dem Lenker wegen des illegalen Rennens der Führerausweis zu entziehen ist und dieser zum „Idiotentest“ zu schicken ist oder nicht.

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