Der Erotikhändler Libosan mit Hauptsitz in Othmarsingen betreibt mehrere Läden in der Schweiz. Erst Anfang Juli eröffnete die neuste Filiale in Herisau. Der grösste Shop, jener in Zürich, muss nun schliessen. Zwei Personen verlieren ihren Job. "Es tut weh", sagt Geschäftsführer Thomas Scheurer zum Regionalsender Tele M1. 30 Jahre habe er in das Geschäft investiert und dafür gearbeitet und gekämpft. Jetzt sterbe das quasi. "Das bereitet die eine oder andere schlaflose Nacht", sagt Scheurer.

Das Problem ist der DVD-Verkauf. Heute kann jeder kostenlos Pornos im Internet schauen. "Von unseren Kunden kommt jeden Tag einer ins Heim und ein anderer direkt auf den Friedhof", sagt Scheurer. Die Jungen kauften keine Erotik-DVDs mehr.

Noch vor 14 Jahren setzte Scheurer allein in Zürich über 800'000 Franken um, das ganze Libosan-Imperium sogar zehn Millionen. Seither sinkt der Umsatz kontinuierlich. Jetzt landet noch rund die Hälfte in der Kasse. Gegen das schnellere Internet könne man sich fast nicht wehren, sagt Scheurer. Auch provokative Sexfilm-Parodien, in denen er die UBS und die SVP aufs Korn nahm, halfen nicht.

Der Betrieb ist laut Scheurer bis 2020 sichergestellt. Was nachher komme, könne er nicht sagen. Er wolle mit der kompletten Schliessung aber nicht warten, bis er zahlungsunfähig sei. (mwa)