Aarau

Aargauer Sex-Lehrer erhielt erst vor kurzem Unterrichtsverbot

Der Beschuldigte unterrichtete bis im November 2006 an der Bezirksschule Aarau

Der Beschuldigte unterrichtete bis im November 2006 an der Bezirksschule Aarau

Der Lehrer, der am 5. September wegen mehrfacher Vergewaltigung vor Gericht steht, durfte auf dem Papier bis vor kurzem unterrichten. Dies obwohl das Bildungsdepartement 2006 sagte, dass dem Mann die Berufsausübungsbewilligung entzogen worden sei.

Ende Mai 2012 wies der Regierungsrat eine Beschwerde des Bezirksschullehrer gegen das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) ab. Dieses hatte Mitte Dezember 2011 verfügt, dass der Mann für den Unterricht an der Volksschule und Sekundarstufe II ungeeignet sei.

Kurz nach der Verhaftung des Lehrers im November 2006 sagte das BKS, ihm sei mit sofortiger Wirkung die Berufsausübungsbewilligung entzogen worden. «Dies war leider eine Fehlinformation», räumt BKS-Sprecherin Sascha Giger auf Anfrage ein.

Noch nicht auf der schwarzen Liste

Der Entzug der Unterrichtsbefugnis gemäss kantonalem Schulgesetz kann nicht von heute auf morgen erfolgen. «Es müssen genügend Fakten vorliegen», sagt Giger. Der Aargau habe im vorliegenden Fall sogar früh reagiert. «Andere Kantone warten in der Regel mit der Verfahrenseröffnung, bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt.»

Die Verfügung ist inzwischen rechtskräftig geworden, wie der Rechtsdienst des Regierungsrats bestätigt. Das BKS wird den Fall der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) melden. Diese führt eine Liste der «Lehrpersonen ohne Unterrichtsbefugnis». Schulische Anstellungsbehörden können bei der EDK nachfragen, ob ein Bewerber auf der schwarzen Liste steht.

Auch strafrechtliches Berufsverbot

Auch wenn der Lehrer während der Jahre dauernden Strafuntersuchung hätte Schule geben dürfen, eine Stelle fand er unter den gegebenen Umständen nicht. Sein Mandant sei «beruflich völlig blockiert», kritisierte Strafverteidiger Urs Oswald die überlange Verfahrensdauer in der az.

Neben dem verwaltungsrechtlichen erwartet den Angeklagten ein strafrechtliches Berufsverbot. Die Staatsanwaltschaft beantragt hier die Höchststrafe von fünf Jahren.

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