Die Fusion bringt gemäss Regierungsrat viele Vorteile. So würden die Strukturen schlanker und die Synergien grösser, teilte der Regierungsrat am Freitag mit. Die Kosten könnten gesenkt werden. Für die Mitarbeitenden werde die Phase der Unsicherheit kürzer, weil eine gemeinsame Unternehmenskultur rascher etabliert werden könne.

Die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) fährt von Menziken via Aarau nach Schöftland. Die BDWM fährt von Wohlen über Bremgarten nach Dietikon ZH. Beides sind klassische Schmalspurbahnen, die für die Regionen den Anschluss an die grossen Zentren sicherstellen.

Die Fusionsgesellschaft ist gemäss Regierungsrat für die künftigen technischen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen besser aufgestellt. Weil das Unternehmen professioneller werde, sei die für das Jahr 2022 geplante Inbetriebnahme der Limmattalbahn sichergestellt. Die BDWM hatte die Ausschreibung für den Betrieb der Limattalbahn gewonnen.

30 Millionen Fahrgäste

Das neue Bahnunternehmen und die separaten Busbetriebe beschäftigen 550 Mitarbeitende. Der Jahresumsatz liegt bei 106 Millionen Franken. 30 Millionen Fahrgäste werden pro Jahr transportiert. Die neue Gesellschaft wird eine der grösseren Bahn- und Busunternehmen der Schweiz.

Präsident des Verwaltungsrats soll Kaspar Hemmeler (bisher VR-Präsident WSB) sein. Der bisherige BDWM-Direktor Severin Rangosch soll das neue Bahnunternehmen leiten.

Der Kanton Aargau ist der grösste Aktionär der beiden Bahnen BDWM Transport AG (mit der Tochtergesellschaft Limmat Bus AG, Aktienanteil 51,4 Prozent) und der Wynental- und Suhrentalbahn AG (Anteil 42,8 Prozent). Weitere Hauptaktionäre sind der Bund und der Kanton Zürich, wobei der Kanton Zürich lediglich eine Beteiligung an der BDWM hat.

Aargau und Bund geben den Ton an

Die Fusion ändert die Eigentumsverhältnisse. Der Kanton Aargau wird gemäss der Bewertung der beiden Bahnen mit rund 45 Prozent der grösste Aktionär der neuen Gesellschaft.

Der Bund wird zu rund 33 Prozent Eigentümer des Unternehmens. Die Stadt Aarau wird einen Anteil von 5,7 Prozent haben (bisher 7,9 Prozent Anteil an der WSB). Der Anteil des Kantons Zürich verringert sich auf 2,2 Prozent (bisher 7,8 Prozent an der BDWM).

Die Fusion soll im Frühjahr 2018 an den ordentlichen Generalversammlungen der Bahnen beantragt und bei einem positiven Entscheid rückwirkend per 1. Januar 2018 vollzogen werden. Für den Kanton Aargau ist von Gesetzes wegen der Regierungsrat zuständig.