Es gehe darum, dass der Kanton aus langfristiger Sicht agieren könne und nicht nur aufgrund von aktuellen Bedürfnissen reagiere, sagte Finanzdirektor Markus Dieth (CVP) am Dienstag vor den Medien in Aarau. Wichtige Entscheide bei Bauvorhaben sollten aus einer Gesamtsicht heraus gefällt werden.

Dies führe zu einer höheren Planungssicherheit. Es könnten auch Einsparungen erzielt werden, die sich in der Staatsrechnung kurz- und langfristig niederschlagen würden. Schnellschuss-Einzellösungen sollten vermieden werden.

Die Kantonsverwaltung, die einen Teil ihrer Aufgaben in 34 Gemeinden erbringt, muss handeln. 75 Prozent der kantonalen Immobilien wurde vor 1990 erstellt. Weil die Bevölkerungszahl wächst, steigt der Flächenbedarf der öffentlichen Hand und gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Arbeitswelt.

Die Zentralverwaltung im Raum Aarau ist historisch gewachsen und besteht aus vielen verzettelten und teilweise kleinen Standorten. Kommt hinzu, dass grössere Immobilienvorhaben in den nächsten Jahrzehnten die Staatsrechnung belasten werden.

Mehrere Grossbauvorhaben geplant

Der Regierungsrat rechnet derzeit mit 14 Grossbauvorhaben mit Investitionen von je mehr als 20 Millionen Franken. Geplant ist unter anderem ein Neubau für das Amt für Verbraucherschutz (Kantonslabor).

Der Regierungsrat schlägt zwei Finanzierungsvarianten vor. Es geht letztlich darum, dass nicht die Investitionen, sondern die Abschreibungen in der Finanzrechnung aufgeführt werden. Auf diese Weise soll die Schuldenbremse des Kantons umschifft werden.

Dank der Priorisierung und der Glättung der Investitionsspitze könne der Saldo der Finanzierungsrechnung in den Jahren 2021 bis 2030 stark entlastet werden, hiess es. Umgekehrt resultiere von 2031 bis 2057 eine Mehrbelastung.

Über den gesamten Zeitraum von 2012 bis 2057 lässt sich gemäss Regierungsrat durch die Reduktion der Büroflächen und dem Ersatz von teuren Mietlösungen eine Entlastung von rund 120 Millionen Franken erzielen.

Die Vorschläge des Regierungsrat, die eine Gesetzesänderung bedingen, gehen bis Mitte März in eine Anhörung bei Parteien. Der Grosse Rat soll die Strategie in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres beraten. Wenn alles rund läuft, kommt die Strategie ab 2012 zum Tragen.