Brugg-Windisch
Aargauer Regierungsrat hält an der Südwestumfahrung Brugg fest

Obwohl der Baldeggtunnel nicht realisiert wird, sieht die Aargauer Regierung keinen Anlass, die Pläne für die Südwestumfahrung Brugg zu ändern. Bis spätestens 2018 soll ein Verkehrsmanagement-System die Region entlasten.

Fabian Hägler
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Ein wichtiger Teil der geplanten Umfahrung ist der neue Kreisel Brugg- West, hier von Schinznach-Bad her gesehen.

Ein wichtiger Teil der geplanten Umfahrung ist der neue Kreisel Brugg- West, hier von Schinznach-Bad her gesehen.

Visualisierung/Zvg

Im Abstimmungskampf zur Südwestumfahrung Brugg hatte der Regierungsrat den Baldeggtunnel immer als wichtigen Bestandteil zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Region bezeichnet.

Am 9. Juni 2013 sagte das Volk klar Ja zum Umfahrungsprojekt – im Oktober gab der neue Baudirektor Stephan Attiger den Verzicht auf den Baldeggtunnel bekannt.

Dieser bildete zusammen mit der Südwestumfahrung Brugg, dem Verkehrsmanagement Brugg und der Nordumfahrung Windisch die vier Säulen des Entlastungsprojektes.

Dennoch hält der Regierungsrat an der Südwestumfahrung Brugg fest, wie er auf eine Interpellation von Martin Brügger (SP, Brugg), Jürg Caflisch (SP, Baden), Adrian Kerkhoven (GLP, Brugg) und Sämi Richner (EVP, Auenstein), schreibt. Die vier Grossräte, alles Gegner der Umfahrung, hatten argumentiert, diese bringe «als isoliertes Projekt für die Region Brugg-Windisch keine offensichtliche Entlastung».

Dies sieht die Regierung anders: «Die Bedeutung der Südwestumfahrung Brugg ändert sich mit dem Wegfall des Baldeggtunnels nicht», heisst es in der Antwort.

Zusammen mit Nordumfahrung Windisch und Verkehrsmanagement Brugg entschärfe sie «die zunehmenden Verkehrsüberlastungen im Raum Brugg-Windisch wesentlich».

Die Südwestumfahrung Brugg entlaste auch ohne Baldeggtunnel lokal das Strassennetz in Brugg und Windisch und eliminiere Ausweich- und Schleichverkehr im Rütenenquartier von Windisch.

Der Regierungsrat räumt ein, dass der Baldeggtunnel zu einer zusätzlichen Entlastung vom Nord-Süd-Transit-Verkehr geführt hätte.

Weil es länger dauern dürfte, bis ein Ersatzprojekt vorliegt, «steigt die Notwendigkeit einer raschen Realisierung des Verkehrsmanagements Brugg Regio». Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt plant die Umsetzung in den Jahren 2015 bis 2018.

Problem: Nur eine Aarebrücke

Je nach Lösungsansatz, was anstelle des gestrichenen Baldeggtunnels realisiert werden soll, werde «eine übergeordnete Lösung für die beiden Agglomerationen oder je eine eher lokale Lösung für Brugg beziehungsweise Baden weiterverfolgt».

In der Agglomeration Brugg bestehe das Problem, dass das Verkehrsnetz auf einen einzigen Aareübergang ausgerichtet sei.

«Sollten sich im Nachfolgeprojekt zum Baldeggtunnel im Raum Brugg Netzvarianten mit einer zusätzlichen Aarebrücke als zweckmässig erweisen, so sind Anpassungen an der Nordumfahrung Windisch nicht auszuschliessen», hält der Regierungsrat fest.