Eine halbe Million Franken möchte der Kanton Aargau mit der Versteigerung von Nummernschildern aus eigenem Besitz verdienen. 130 Fahrzeuge der Staatsverwaltung erhalten deshalb höhere Kennzeichen. Die vier- und fünfstelligen Nummern werden an den Meistbietenden verkauft.

Auch die Regierungsräte bleiben nicht verschont: Vier von fünf Limousinen der Mercedes-S-Klasse fahren neuerdings mit sechsstelligen Kennzeichen durch die Gegend. Ihre alten Schilder kommen unter den Hammer. Unter ihnen AG 2239 und AG 2584. Der Ersatz ist weit weniger exklusiv: AG 473 270 und AG 473 271. Nur die einzige dreistellige Nummer bleibt einem der fünf Regierungsfahrzeuge erhalten.

Die Exklusivität der Schilder

Die Idee für die Versteigerung geht auf eine Interpellation von FDP-Grossrätin Jeanine Glarner zurück. Im März wollte sie von der Regierung wissen, wie viel Geld sich mit dem Verkauf von Nummernschildern verdienen liesse. Rund 500 000 Franken antwortete diese und entschied, einen grossen Teil der Schilder in ihrem eigenen Besitz zu verkaufen. Bis das Geld in die Staatskasse fliesst, wird es allerdings dauern. Zwar sind alle 130 Nummernschilder bereits abmontiert und beim Strassenverkehrsamt eingetroffen, doch die Versteigerung läuft erst nächstes Jahr an – und zieht sich über fünf Jahre hin. Der Grund: Sie werden auf der Auktions-Website des Kantons gestaffelt versteigert.

«In homöopathischen Dosen», wie Johannes Michael Baer, Leiter des Strassenverkehrsamts, sagt. Damit soll die Exklusivität gewahrt und der Markt nicht überschwemmt werden. «Die Schilder mit den tiefen Nummern sollen attraktiv bleiben», sagt Baer. Ansonsten würden die Preise und der Erlös aus den Auktionen zu stark fallen.

Keine Extrawünsche

Die eingesammelten vier- und fünfstelligen Nummernschilder sind bereits mit sechsstelligen Exemplaren ersetzt worden. Die Vergabe sei ganz normal abgelaufen, sagt Johannes Michael Baer. «Ohne Extrawünsche.» Die Fahrzeuge, die neue Kennzeichen erhielten, verteilen sich auf alle Bereiche der Verwaltung – vom Hochbauamt über das Tiefbauamt bis hin zur Polizei.

Nur 21 Kennzeichen im Kantonsbesitz bleiben von der Aktion verschont, grossmehrheitlich handelt es sich dabei um Autos der Kantonspolizei – darunter AG 1 bis AG 9.