GE-Kahlschlag

Aargauer Regierung zum GE-Abbau: «Enttäuscht und betroffen, dass Versprechen nicht mehr gelten»

Büros und Fabrik der GE General Electric in Oberentfelden (ehemals Sprecher + Schuh)

Büros und Fabrik der GE General Electric in Oberentfelden (ehemals Sprecher + Schuh)

Der Regierungsrat ist enttäuscht, dass General Electric (GE) in Oberentfelden 500 Jobs streichen will. Es sei enttäuschend, dass die Firma die Zusicherungen bezüglich Arbeitsplatz- und Stellenerhalt nicht mehr einhalten wolle. Die Regierung hofft im Kampf um den Erhalt der Jobs auf Unterstützung vom Bundesrat.

"Wir sind enttäuscht und betroffen, dass die GE-Führung die im Zusammenhang mit dem Standort Oberentfelden gemachten Versprechen bezüglich Stellenerhalt nun nicht mehr einhalten will", erklärt Regierungsrat Urs Hofmann, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, in einer Mitteilung der Gesamtregierung. GE hatte am Freitag angekündigt, in Oberentfelden 436 Stellen abzubauen, nur 57 der rund 500 Jobs sollen erhalten bleiben. 

Im Mai 2018 hatte GE laut der Regierung angekündigt, 500 Stellen von Oberentfelden nach Birr zu verlagern und im Februar 2019 wurde kommuniziert, dass der Standort Oberentfelden sehr gut ausgelastet sei und deshalb vorläufig auf einen Umzug ins Birrfeld verzichtet werde. Der Regierungsrat sowie die Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Guy Parmelin hätten in den letzten Jahren intensive Kontakte mit der GE-Führung gepflegt und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für den Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze im Aargau eingesetzt. "Umso grösser ist die Enttäuschung, dass die 2018 und 2019 gemachten Zusicherungen zum Stellenerhalt beziehungsweise zur Erhaltung der Arbeitsplätze im Aargau nun nicht mehr gelten sollen und der GE-Standort Oberentfelden nach Frankreich verlegt werden soll", schreibt die Regierung.

Regierung fordert Verzicht auf Verlagerung nach Frankreich

Der Regierungsrat fordert das GE-Management auf, auf die in Aussicht genommene Verlegung der Arbeitsplätze nach Frankreich zu verzichten. Dies umso mehr, als Qualität und Produktivität des Standorts Oberentfelden besser seien als in anderen Werken. Weitere Pluspunkte aus Sicht der Regierung sind das über einen langen Zeitraum aufgebaute Know-how sowie das Potenzial an Fachkräften.

"Für den Regierungsrat ist es somit auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht unverständlich, dass der Standort Oberentfelden beziehungsweise Birr geschlossen werden soll", heisst es in der Mitteilung weiter. Noch vor der Sommerpause 2020 sei intensiv am Umzug von Oberentfelden nach Birr gearbeitet worden. Zuedem sieht der Regierungsrat ernsthafte Reputations- und Glaubwürdigkeitsrisiken
für GE aufgrund der bisher abgegebenen Zusicherungen zum Erhalt des Standorts Oberentfelden
beziehungsweise Birr mit den rund 500 Arbeitsplätzen.

Aargau steht in engem Kontakt mit Bundesrat Guy Parmelin

Der Regierungsrat steht bei seinen Bemühungen, den GE-Standort Oberentfelden/Birr beziehungsweise die Arbeitsplätze im Aargau zu erhalten, in engem Kontakt mit Bundesrat Guy Parmelin. So habe diese Woche Woche ein Gespräch zwischen dem Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Landammann Markus Dieth und Vertretern der GE-Führung stattgefunden. Der Aargauer Regierungsrat und Bundesrat Parmelin erwarten, dass GE ernsthaft nach Lösungen sucht, um möglichst viele Stellen der Produktionsbetriebe in der Schweiz beziehungsweise im Aargau zu erhalten.

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