Die Regierung sieht zurzeit keinen Anlass, den Notenschnitt für einen prüfungsfreien Übertritt in die Kantonsschule zu erhöhen. Dies geht aus einer Interpellations-Antwort hervor, die die Regierung am Freitag veröffentlichte. 

Die FDP wollte von der Regierung wissen, welche Massnahmen gegen den Fachkräftemangel künftig ergriffen werden könnten. «Die Suche nach geeigneten Mitarbeitenden beschränkt sich längst nicht mehr nur auf erfahrene Spezialisten, sondern beginnt oft bereits bei der Besetzung der Lehrstellen», heisst es im Interpellationstext. Um den Kanton Aargau auch in Zukunft als attraktiven Werk- und Arbeitsplatz zu etablieren, müsse das duale Bildungssystem gestärkt werden. 

Steigerungspotenzial beim Berufsmarketing

Die Regierung sieht diesbezüglich jedoch keinen Handlungsbedarf. Im Kanton Aargau sei die Berufsbildung sehr gut etabliert, die Maturitätsquote landesweit eine der tiefsten. Ebenso seien die Hürden erst 2017 erhöht worden: Heute müssen Schüler für einen prüfungsfreien Übertritt sowohl in Mathematik als auch in Deutsch einen genügenden Notenschnitt vorweisen können. Allerdings sieht er, dass sich die Lernenden weg vom kaufmännischen und vom gewerblich-industriellen Bereich hin zum Gesundheitswesen und Sozialbereich bewegen. In den Bereichen Berufsmarketing und der Integration von schwachen Schülern und spät zugezogenen Migranten sieht die Regierung deshalb noch Steigerungspotenzial. (agl)