Fluglärm

Aargauer Regierung wehrt sich gegen noch mehr Fluglärm

Der Aargau muss bei allen vorgeschlagenen Varianten mit mehr Lärm rechnen. Varianten mit dem gekröpften Nordanflug aus Westen lehnt der Aargauer Regierungsrat klar ab.

Wegen der Umsetzung des Staatsvertrags mit Deutschland kommt es zu zusätzlichem Fluglärm für Zürich und die umliegenden Kantone. Alle sechs geplanten Varianten gehen tagsüber vom Nordkonzept mit Anflug über den Schwarzwald aus. Das ist aber künftig nur von 06.30 bis 18 Uhr und am Wochenende von 9 bis 18 Uhr möglich. Für die Sperrzeiten sehen vier Varianten den gekröpften Nordanflug am frühen Morgen vor. Die Aargauer Regierung lehnt ihn grundsätzlich ab. Der gekröpfte Nordanflug schränkt auch den Betrieb des Flughafens Zürich ein, weil zu dieser Zeit keine Starts möglich sind. Gegen den neu ins Spiel gebrachten gekröpften Ostanflug hat die Regierung nichts einzuwenden, weil sowieso 80 Prozent der Flüge von 6.00 bis 6.30 Uhr aus dem Osten kommen.

Der Aargau wehrt sich kategorisch gegen die Doppelbelastung des Surbtals. «Wir haben die Zusage zu Abflügen ab 22 Uhr via Surbtal immer an den Verzicht auf gekröpfte Anflüge geknüpft», sagt Baudirektor Peter C. Beyeler. Diese Zusage gelte nicht mehr, wenn Bund und Flughafen dem Aargau den Gekröpften aufs Auge drücken wollen. Dann müsse man den Flugbetrieb neu aufgleisen.

Zusatzlärm droht dem Aargau aus weiteren Gründen: Das Bazl will die Flugrouten aus Sicherheitsgründen entflechten. Beim Ostanflug sollen die Starts nach Norden zuerst Richtung Westen und Süden erfolgen und damit Zürich und den Aargau stärker belasten. Zur Freihaltung der Flughäfen Dübendorf und Emmen sind Verschiebungen der Routen vorgesehen, die das Limmattal und den Ostaargau stärker belasten.
Weil die Unterlagen unvollständig sind und Lärmberechnungen fehlen, erfolgt die Stellungnahme des Kantons erst provisorisch. Vor der definitiven Reaktion will der Aargau auch die betroffenen Gemeinden einbeziehen.

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