Asylsuchende

Aargauer Regierung stellt klar: Kein Pflegefamilien-Stopp für unbegleitete Flüchtlingskinder

Unbegleitete minderjährige Asylsuchenden (UMA) bei einer Kundgebung des Netzwerk Asyl Aargau vor dem Grossratsgebäude in Aarau im Juni 2017.

Unbegleitete minderjährige Asylsuchenden (UMA) bei einer Kundgebung des Netzwerk Asyl Aargau vor dem Grossratsgebäude in Aarau im Juni 2017.

Im Kanton Aargau können unbegleitete minderjährige Asylsuchende weiterhin auch in Pflegefamilien leben. Das soll vor allem bei Kindern unter 12 Jahren der Fall sein, wie der Regierungsrat in Stellungnahmen zu Vorstössen aus dem Grossen Rat klar gemacht hat.

Das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) von Regierungsrätin Franziska Roth (SVP) habe keinen Platzierungstopp für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) erlassen.

Das hält der Regierungsrat in Stellungnahmen vom Freitag zu einer Motion der Fraktionen EVP-BDP und SP sowie zu zwei weiteren Vorstössen fest. Verschiedene Medien hatten im Frühling über einen angeblichen Platzierungsstopp berichtet.

Es sei "einzig eine zurückhaltende Platzierung" angeordnet worden, betont der Regierungsrat. Kinder, die jünger als 12 Jahre alt seien, würden wie bisher in Pflegefamilien platziert. Ältere würden in den speziellen kantonalen Unterkünften in Aarau mit 72 Plätzen, in Suhr mit 60 Plätzen und Menziken untergebracht. Die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden benötigten eine besondere Betreuung.

Regierungsrat will sparen

In diesem Jahr sind gemäss Regierungsangaben bis Ende Juli 27 Kinder der insgesamt 178 UMA in Pflegefamilien gekommen. Im vergangenen Jahr waren es 40 UMA der insgesamt 253 Minderjährigen.

Der Regierungsrat weist darauf hin, dass die Unterbringung und Betreuung von UMA in Pflegefamilien kostenintensiv sei. Die Kosten pro Kind und Monat betragen 5250 Franken.

Diese Summe beinhaltet die Unterbringung und Verpflegung sowie die Betreuung durch die Pflegefamilie (Lohn gemäss Sozialversicherung Aargau). Mitgerechnet sind auch die Aufwendungen der Platzierungsorganisation für die Begleitung der UMA und der Pflegefamilien.

Der Monat in einer kantonalen Unterkunft schlägt mit 3507 bis 3975 Franken pro Monat zu Buche. Wegen der aktuellen finanziellen Situation des Kantons sei es deshalb "verhältnismässig", die Platzierung von UMA in Pflegefamilien weiterhin zurückhaltend vorzunehmen, betont der Regierungsrat.

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