Steuern
Aargauer Regierung spricht sich gegen automatischen Steuerabzug vom Lohn aus

Die SP fordert in einem Vorstoss, dass – wie in vielen EU-Ländern auch – die Steuern direkt vom Lohn abgezogen werden. Nun hat die Regierung darauf geantwortet: Sie lehnt die Motion ab. Nicht zuletzt würde ein Mehraufwand auf Unternehmen zukommen.

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Die Steuererklärung: Viele Aargauerinnen und Aargauer zögern das Ausfüllen oftmals hinaus

Die Steuererklärung: Viele Aargauerinnen und Aargauer zögern das Ausfüllen oftmals hinaus

Chris Iseli/AZ

Den Überblick bei den Steuern zu behalten, gelingt nicht allen. Finanzielle Probleme können die Folge sein, in einigen Fällen drohen gar Betreibungen.

In einem Vorstoss forderte die SP-Fraktion deshalb einen automatisierten Direktabzug der Steuern vom Lohn. Diese Regelung soll für unselbstständig Erwerbende und freiwillig gelten. Das Ziel: «Schulden, Notlagen und administrative Leerläufe wegen unbezahlter Steuern vermeiden.»

Wie oft es im Kanton Aargau zu Betreibungen wegen Steuerschulden kommt, ist der Partei nicht bekannt. Die Sozialdemokraten gehen aber von einem «nicht unwesentlichen Forderungsbetrag» aus.

Nun liegt die Antwort der Regierung vor: Sie lehnt die Motion ab – auch wenn sie «nichts gegen zielgerichtete und effiziente Massnahmen zur Reduktion der Betreibungsverfahren einzuwenden» habe.

Der Regierungsrat zweifelt an, ob die richtigen Steuerpflichtigen von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machen würden. Dazu komme ein Mehraufwand für die Unternehmen, weil sie ihre Informatik anpassen müssten, heisst es in der Begründung weiter.

Gegen den SP-Vorschlag spricht nach Einschätzung der Regierung auch die Frage der Kosten: Die Unternehmen müssten diese selber tragen oder wie beim Quellensteuerverfahren eine Bezugsentschädigung erhalten – beispielsweise zwei Prozent des abgezogenen Steuerbetrags.

Dafür aufkommen müssten entweder die Arbeitnehmenden, weil sie die Dienstleistung in Anspruch nehmen, oder das Gemeinwesen. (sas)