Energie

Aargauer Regierung sieht wenig Potenzial für Ausbau der Wasserkraft

Das Wasserkraftwerk der Axpo auf dem Stroppelareal in Untersiggenthal.

Das Wasserkraftwerk der Axpo auf dem Stroppelareal in Untersiggenthal.

Wie viel ungenutztes Energie-Potenzial schlummert noch in Aargaus Flüssen? Die Aaraguer Regierung schätzt es jetzt auf 9 Prozent. Doch nutzen lässt sich dies kaum. Grund sind die Umweltauflagen, die den Bau von Wasserkraftwerken verunmöglichen.

Im Kanton Aargau besteht zwar ein technischen Potenzial der Wasserkraft zur Stromproduktion von rund 9 Prozent. In den vergangenen 20 Jahren wurden gemäss Regierungsrat viele Kraftwerke bereits erneuert und die Stromerzeugung gesteigert. Die Umweltauflagen setzen Grenzen.

Bis 2011 sei die jährliche Produktion im Vergleich zum Stand von 1990 um 5,5 Prozent oder um 151 Millionen Kilowattstunden (kWh) erhöht worden. Das schreibt der Regierungsrat in Stellungnahmen vom Freitag zu parlamentarischen Vorstössen aus den Reihen von CVP und FDP.

Die Zunahme der erwarteten Stromproduktion ab den Jahren 2011 bis 2016 um 261 Millionen kWh sei zu drei Vierteln auf den Umbau des Kanalkraftwerks Rheinfelden in ein Flusskraftwerk zurückzuführen.

Eine solche Produktionssteigerung sei bei den anderen Rheinkraftwerken nicht möglich, hält der Regierungsrat fest. Die Wassermenge sei bereits ausgeschöpft. An der Aare sei der Neubau des Kraftwerks Rüchlig in Aarau in der Realisierung.

Kraftwerke erneuert

Im Aargau wurde die Mehrzahl der 26 Flusswasserkraftwerke am Rhein, an der Aare, an der Reuss und an der Limmat im Rahmen der Neukonzessionierungen in den letzten 20 Jahren erneuert.

Einziges theoretisches Nutzungspotenzial am Hochrhein besteht gemäss Regierungsrat an der letzten frei fliessenden Strecke zwischen dem Kraftwerk Reckingen und dem Kraftwerk Albbruck-Dogern (D).

Das ursprüngliche Kraftwerkprojekt Koblenz-Kadelburg wurde im Zusammenhang mit dem Bau des Atomkraftwerkes Beznau aus wirtschaftlichen Gründen und wegen Opposition verschiedener Interessengruppen nicht weiterverfolgt. Dieses Potenzial ist laut Regierungsrat «primär aus ökologischen Gründen nicht aktivierbar».

Naturschutz an der Reuss

Ein theoretisches Potenzial von etwa 80 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr besteht an der Reuss zwischen Bremgarten und Windisch.

Diese Strecke zu nutzen ist aus der Sicht des Regierungsrates wegen der Gesamtsituation nicht vertretbar. Auch untersage das Gesetz über die Freie Reuss von 1965 den Bau von neuen Energieanlagen in diesem Flussabschnitt.

Der Regierungsrat sieht die in den Postulaten von CVP und FDP geforderte Abklärung des Wasserkraftpotenzials erfüllt. Er ist jedoch bereit, die Vorstösse entgegenzunehmen. Die Potenziale für Stromerzeugung aus Wasserkaft und für andere Energieträger würden in der kantonalen Energieplanung aufgezeigt. (sda)

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