Vor rund einem Jahr beschloss die Synode der reformierten Landeskirche Aargau die Einführung eines einheitlichen Erscheinungsbildes aller Aargauer Kirchgemeinden und der Landeskirche. Einige Gemeinden protestierten, wollten ihre Logos, teilweise aufgepeppt mit Symbolen wie Hähnen, Kreuzen oder Türmen, nicht aufgeben. Auch die geplante Änderung des Wortes «Kirchgemeinde» in «Kirche» kam nicht bei allen gut an.

Lange war unklar, wie sich der Kirchenrat das neue, einheitliche Logo vorstellt. Die reformierte Landeskirche Aargau veröffentlichte nun den ersten Entwurf, den sie bei der kommenden Synode vom 15. November zur Diskussion stellen wird.

Gegen Willen der Gemeinden?

In der sogenannten Wortmarke, dem Schriftzug des Logos, sollen nur noch die Wörter «reformiert» anstatt «evangelisch-reformiert» und nur noch «Kirche» anstatt «Kirchgemeinde» stehen. Diese Änderungen wurden bereits an der letzten Synode im November diskutiert und die reformierte Landeskirche Aargau übernahm die Vorschläge nun in ihrem neuen Entwurf.

Doch laut der Zeitung «reformiert» waren bei einer Vernehmlassung nach der letzten Synodenversammlung nur 36 Prozent für die Änderung des Begriffs «Kirchgemeinde» in «Kirche». Mehr als die Hälfte wollte am Wort «Kirchgemeinde» festhalten. Es stellt sich die Frage, warum der Kirchenrat nun entgegen den Resultaten der Vernehmlassung handelt und die «Gemeinde» streicht.

Frank Worbs, Leiter Informationsdienst der reformierten Landeskirche Aargau, stellt klar, dass es sich bei der Befragung um eine nicht repräsentative Online-Umfrage handelte: «Bei einer Konsultativabstimmung an einem Diskussionsabend im April waren viele Kirchgemeindevertreter zunächst skeptisch. Nachdem man ihnen aber die Vorteile erklärt hat, waren die meisten dafür», sagt er gegenüber der AZ.

Das Wort «Kirchgemeinde» sei ausserdem nicht mehr mit dem Layout des Entwurfs vereinbar. Sonst würde die zweite Zeile, vor allem bei Ortschaften mit langen Namen, zu lang werden. «Sollte die Synode dem neuen Entwurf zustimmen, werden die Kirchgemeinden ab April dazu aufgerufen, die Wortmarke zu übernehmen.» Worbs ist zuversichtlich: «Die Resultate der Online-Umfrage und der Konsultativabstimmung spielen beim Entscheid eine Rolle, sind aber nicht ausschlaggebend.»

Bildelemente nach Absprache

Sollte die Synode den Entwurf verwerfen, müsste man das Layout überarbeiten. «Man würde erst im Juni 2018 über einen neuen Entwurf beraten», so Worbs. Er gibt zu, dass immer noch nicht alle Kirchgemeinden vom neuen Logo begeistert sind: «Die Rückmeldungen sind zweigeteilt. Die einen finden die Idee eines gemeinsamen Erscheinungsbildes sehr gut, die anderen zeigen sich noch skeptisch.» Er hoffe, dass man mit Diskussionen und Erklärungen auch die Zweifler überzeugen könne.

Nach Annahme der Synode ist das neue Logo für die Kirchgemeinden verbindlich. Trotzdem können die Gemeinden ihr Erscheinungsbild etwas individualisieren: «Nach Absprache dürfen eigene Bildelemente hinzugefügt werden», sagt Worbs.