Forschungs-Expedition Himalaja

Aargauer Proband bei Himal-Expedition aus 6000 Metern Höhe evakuiert

Ein erkrankter Aargauer Proband der Forschungsexpedition am 7126 Meter hohen Himal (Nepal) musste evakuiert werden. Er ist mittlerweile wieder wohlauf. Ansonsten verläuft die Expedition planmässig – trotz gefrorenen Spaghetti.

Bereits klar ist, dass ein Aargauer Proband nicht mehr weiter aufsteigen und den Schluss der Expedition im Basislager abwarten wird. Er musste Ende letzter Woche mit einem höhenbedingten Hirnödem notfallmässig aus dem Lager 2 evakuiert und von einer Handvoll Sherpas ins Basislager transportiert werden. Unterdessen geht es ihm im Basislager den Umständen entsprechend gut. Die Angehörigen wurden direkt informiert.

Lange Nächte in den Zelten

Die Forschungsexpedition hat in den letzten drei Wochen von guten Wetterverhältnissen profitiert. Die Temperaturen lagen in den Hochlagern zwischen minus 15 und plus 20 Grad - und im Basislager auf 4800 Metern hat es zwar ab und zu geschneit, aber tagsüber waren die Temperaturen mehrheitlich im angenehmen Bereich. Vor allem die Nächte in den Hochlagern haben Forschern und Probanden gefordert.

Die Rettung auf 6000 Meter Höhe

«Wer wie im Altersheim um halb fünf Uhr Nachmittags Znacht isst und anschliessend um sechs Uhr in die Federn kriecht, der hat bis morgens um sieben lange Zeit, um über Grundsätzliches nachzudenken», erklärt Swiss-Exped-Proband Gianin Müller (Gontenschwil). Er hat sich nach eigenen Angaben bisher aber am Morgen immer wieder für den weiteren Aufstieg motivieren können.

Spaghetti gefrieren auf dem Teller

Ähnliches erzählt die Probandin Brigitte Vogel (Lenzburg). «Wer um sechs Uhr abends ins Zelt kriecht und nach erholsamem Schlaf beim Blick auf die Uhr merkt, dass es erst 20.15 Uhr (am gleichen Tag) ist, der staunt nicht schlecht», meinte sie im Camp 1 auf knapp 5500 Metern Höhe lakonisch.

Alle Expeditionsteilnehmer sind sich einig: Die Nächte sind - wenn das Schlafen schwierig wird - sehr lang. Und wer in den Hochlagern die Nudeln nicht innerhalb einer Minute hinuntergeschlungen hat, der kann den Teller um 180 Grad drehen… die Spaghetti sind am Stück angefroren.

Wieder zurück im Basislager

Im Moment sind sämtlicher Expeditionsteilnehmer im Basislager auf 4800 Meter - höher als der Mont-Blanc. Hier sammeln Forscher und Probanden noch einmal Kräfte für den letzten Aufstieg in die Höhenlager und das letzte Forschungscamp auf nicht weniger als 7050 Meter.

Schon jetzt ist klar, dass nicht alle Expeditionsteilnehmer diesen letzten Aufstieg schaffen werden. Auf dieser Höhe schwinden die Kräfte wie Schnee an der Frühlingssonne. Die meisten aber sind und bleiben motiviert, obwohl im Moment die Wetterprognosen für die nächsten Tage im Himlung-Gebiet Schnee und Wind voraussagen.

3500 Blutproben für Höhenmedizin

Die 20 Höhenmediziner untersuchen am Himlung Himal unter anderem die Auswirkungen der Höhe auf Lunge, Hirn, Herz und Blutkreislauf. Bereits konnten den freiwilligen Testpersonen aus der ganzen Schweiz auf verschiedenen Höhen auch 3500 Blutproben abgenommen werden.

Diese sollen später tiefgekühlt in die Schweiz zurückgebraucht und analysiert werden. Das Forschungsteam ist mit dem bisherigen Verlauf der Expedition «mehr als zufrieden». Das Forschungsprojekt am Himlung Himal ist auch logistisch eine grosse Herausforderung.

Rund 200 Zelte stehen im Einsatz und insgesamt wurden über 20 Tonnen Material ins Basislager transportiert. Über 80 Schweizer Bergsteiger und Forscher und über 20 Einheimische verbringen fast einen Monat am Berg. Rund ein Dutzend Sherpas sind für die Versorgung der Hochlager verantwortlich.

Mehr Infos zur Expedition finden Sie hier.

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