Waffennarren in den USA sind begeistert: In einem Online-Shop kauften sie ausgediente Waffen der Schwyzer Kantonspolizei. Dies berichtet der «Blick». Auf der Waffe ist gut sichtbar das Wappen des Urkantons eingraviert.

Ein Sprecher der Schwyzer Kapo sagt: «Dass unsere Pistole in einem US-Shop landet, freut mich natürlich nicht.» Auch für die Zürcher Kapo ist der Verkauf alter Polizeiwaffen ein einträgliches Geschäft: Mehrere hundert Dienstwaffen sind seit 2009 verkauft worden.

«Gesetzliche Bestimmungen erfüllt»

Auch ausgemusterte Aargauer Pistolen werden verkauft, bestätigt Polizeisprecher Bernhard Graser gegenüber der az: «Pensionierte Polizisten dürfen ihre Dienstwaffen erwerben. Damit gelangen die Pistolen in Privatbesitz. Ihre Eigentümer können damit machen, was sie wollen.»

Auch die Kapo selber hat schon Waffen verkauft: Nämlich 2011, als sie sich für 900'000 Franken mit 630 neuen Dienstwaffen des Typs Heckler & Koch P-30 ausrüstete. «Über eine renommierte Firma gingen die alten ausgemusterten Waffen dann in den freien Handel. Der Verkauf dieser Waffen erfüllte freilich alle gesetzlichen Bestimmungen», sagt Bernhard Graser.

Bald werden Ex-Dienstwaffen vernichtet

Mit dem lukrativen Waffenhandel soll bald Schluss sein: Seit einiger Zeit arbeitet das Aargauer Departement des Innern an einer neuen Verordnung. Sobald diese gilt, dürfen Polizisten bei der Pensionierung ihre Dienstwaffe nicht mehr erwerben.

Stattdessen dürfen sie die Pistole bis zu ihrem Lebensende leihweise behalten. Danach gelangen die Waffen zurück zur Kapo und werden vernichtet. Graser nennt auch den Grund für diese Praxisänderung: «Es ist nicht optimal, wenn wir nicht wissen, wo unsere ehemaligen Waffen hingelangen.» Wann das neue Verkaufsverbot für ehemalige Dienstwaffen in Kraft tritt, ist derzeit noch unklar.

Nicht alle Aargauer Polizisten tragen die gleiche Waffe

Übrigens: Nicht alle Polizisten im Kanton tragen die gleiche Pistole. Die Kapo benützt zwar die deutsche Heckler & Koch P-30. Den einzelnen Korps der Regionalpolizeien ist es aber freigestellt, für welche Dienstwaffe sie sich entscheiden.