Heinz Suter war bis 2006 Direktor der Industrie- und Handelskammer und langjähriger FDP-Grossrat. Er starb am 28. Juli unerwartet auf einer Reise in die Mongolei. Nach einer Phase mit gesundheitlichen Problemen ging für Heinz und Rosmarie Suter im Juli ein Herzenswunsch in Erfüllung.

Zwar nicht mit der Transsibirischen Eisenbahn, wohl aber per Flugzeug begab sich das Ehepaar in die Hauptstadt nach Ulan Bator. Keine zufällige Destination. Die Gattin des Sohnes Thomas und Mutter des Enkels Romeo ist gebürtige Mongolin.

Da machte ein plötzlicher Rückfall für Heinz Suter einen Spitalaufenthalt in der Fremde notwendig. Demselben zog der Aargauer ein baldiges Zusammensein mit der Familie im Hotel vor.

Dass er dabei plötzlich dahingerafft würde, war mehr, als was sich seine Lieben vorstellen konnten. Nach einem beeindruckenden buddhistischen Ritual blieb Suters nichts anderes übrig, als die sterblichen Überreste in einer Urne zur endgültigen Verabschiedung in der reformierten Kirche Gränichen (16. August, 14 Uhr) mit nach Hause zu nehmen.

Dirigent der Verfassungsrevision

Heinz Suter, geboren am 1. November 1944 in Seengen als Sohn des Bautechnikers Theodor Suter und der Margrit Suter-Hodler, studierte nach der Bezirksschule in Gränichen und der Kantonsschule in Aarau in Zürich und fand seine erste Stelle im Finanzdepartement unter Regierungsrat Leo Weber.

Entscheidend für seine Laufbahn wurde 1973 die Berufung zum Sekretär des Aargauer Verfassungsrates, wofür sich Nationalrat Julius Binder (CVP) und AT-Chefredaktor Samuel Siegrist (FDP) starkgemacht hatten.

Als Profi unter 200 Amateuren dirigierte Suter von der Aarauer Pelzgasse aus die unter sechs Verfassungsratspräsidenten kaum geführte Totalrevision der aargauischen Kantonsverfassung.

Dem Geschehen Profil gaben der dem Rat nicht angehörende Verfassungsredaktor Kurt Eichenberger und Bundesrichter Carl Hans Brunschwiler sowie die künftigen Regierungsräte Thomas Pfisterer und Kurt Wernli. Ohne Heinz Suter aber ging in diesem Sonderparlament ohne Regierung nichts.

Politik aus dem Hintergrund

Ab 1979 amtete Suter als Sekretär, schon bald darauf als Direktor der Industrie- und Handelskammer, welches Amt er nachhaltig mit einem Grossratsmandat begleitete. Das Ratspräsidium und andere Prestigeposten strebte er nicht an.

Seine Stärke war und blieb die «Hintergrundpolitik». Sein 2007 veröffentlichtes Buch «Freiheitliche Politik für den Mittelstand - Handwerkszeug praktischer Politik» gilt als sein unterschätztes Vermächtnis.

Heinz Suter gehörte zu den Politikern unserer Heimat, die währschaftes geistiges Brot gebacken haben. Für Daniel Knecht, Präsident der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, trauert die AIHK um eine Persönlichkeit, die «wirtschaftliche und politische Verantwortung konsequent mit einer den KMU entsprechenden Praxisnähe zu verbinden wusste».

Knechts Vorgänger Hans-Peter Zehnder, CEO der Zehnder Group, ergänzt: «Heinz Suter war das ordnungspolitische Gewissen der AIHK. Sein Denken und Handeln orientierte sich unbeirrt von äusseren Einflüssen an den liberalen Grundsätzen und an der marktwirtschaftlichen Ordnung.»