Öffentlicher Verkehr
Aargauer Politik will weisse Postautos, aber unterwegs sind primär gelbe

Im Gebiet der A-Welle verlangt der Aargau ein einheitliches Design. Aber noch immer rollen doppelt so viele gelbe Postautos durch das Rüebliland. Auch die Brennstoffzellenbusse in Brugg tragen die legendäre Postauto-Farbe.

Hans Lüthi
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Gelbe Postautos fahren weiterhin auch in Aarau, hier vor dem Bahnhof. Daneben ein weisser Bus der regionalen Verkehrsbetrieb AAR bus+bahn.

Gelbe Postautos fahren weiterhin auch in Aarau, hier vor dem Bahnhof. Daneben ein weisser Bus der regionalen Verkehrsbetrieb AAR bus+bahn.

Alex Spichale

Entstanden ist die Idee mit dem farbigen Einheitsbrei bei der A-Welle, dem Tarifverbund im Gebiet der Kantone Aargau und Solothurn.

Zu den sinnvollen Neuerungen wie Klimaanlage, einheitliche Billettautomaten, Fahrgast-Info und Niederflur-Einstieg legte die Politik auch das äussere Erscheinungsbild fest: Oben weiss bis zur Wellenlinie, darunter die Farbe des Transportunternehmens auf der entsprechenden Linie.

Aber das klappte nur bedingt, etwa bei den Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-Wettingen (RVBW) mit ihrer roten Farbe. In den Regionen Lenzburg und Zofingen sind die ganzen Busse weiss.

Und Postauto Schweiz konnte sich mit einer halben Lösung nicht anfreunden, weshalb die weissen Postautos im Aargau nur durch ein gelbes Logo überhaupt von den übrigen Bussen zu unterscheiden sind.

Im Kanton der Regionen bleibt das einheitliche Bild ein Wunschtraum: Das Fricktal gehört nicht zur A-Welle, weshalb die Postautos weiterhin gelb über die Staffelegg und das Benkerjoch rollen – bis nach Aarau.

Auch im oberen Freiamt bleiben die Postautos gelb. Der Kanton Solothurn macht im Gegensatz zum Aargau keine Farbvorschriften, was gelbe Postautos auch im Gebiet der A-Welle ermöglicht. Unter dem Strich konnten mehr als zwei Drittel der Postautos ihre traditionelle Markenfarbe auch im Aargau behalten.

Zu einem kleinen Hosenlupf um die farblose Farbe kam es beim Versuchsbetrieb mit Brennstoffzellenbussen. Dieser wird in mehreren Städten Europas durchgeführt, um Erfahrungen zu sammeln. «Als Postauto in den innovativen und nachhaltigen Betrieb einstieg, war klar, dass dies im bekannten gelben Erscheinungsbild durchgeführt wird», schreibt Postauto Schweiz auf Anfrage.

Man habe dann mit dem Aargau gemeinsam eine gute Lösung gefunden. Im Klartext heisst das: Bei einer sturen Haltung des Aargaus wäre Postauto Schweiz in einen anderen Kanton ausgewichen.

Eine Abkehr von den weissen Postautos ist das aber noch nicht. «Dazu besteht kein Anlass, eine Änderung ist nicht absehbar», sagt Simone Rangosch, Leiterin der Abteilung Verkehr im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Erst bei der Beschaffung einer Anzahl neuer Busse stelle sich die Frage wieder, erklärt Martin Osuna, Geschäftsführer der A-Welle.

Weil eine Neubemalung viel zu teuer wäre, dürften die 46 weissen Postautos noch gegen zehn Jahre lang durch den Aargau rollen.

Ob noch weitere dazu kommen, wird sich noch zeigen müssen. Vielleicht beschränkt sich der Kanton wieder auf seinen Ruf mit den weissen Socken.

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