Nationalratswahlen 2015
Aargauer Piraten wollen mit einer Sechserliste ihren Ruf verbessern

Die Piratenpartei Aargau lanciert erstmals als eigenständige Partei einen Nationalratswahlkampf. Die seit eineinhalb Jahren von der Mutterpartei abgenabelten Aargauer haben für die Parlamentswahlen 2015 gleich sechs Kandidaten nominiert.

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Sowohl der neue als auch der alte Präsident kandidieren für den Nationalrat: Dominic Zschokke (oben) und Stefan Ott (unten).

Sowohl der neue als auch der alte Präsident kandidieren für den Nationalrat: Dominic Zschokke (oben) und Stefan Ott (unten).

zvg

Vor rund vier Jahren wurde die Aargauer Piratenpartei als kantonale Sektion gegründet und erlangte mit ihrer Initiative gegen das Tanzverbot Bekanntheit. Bei den Nationalratswahlen 2011 erreichte die junge Partei im Kanton damals einen Wähleranteil von unter einem Prozent.

Nach der Abnabelung von der Mutterpartei Ende 2013 lanciert die Piratenpartei Aargau nun ihren ersten eigenständigen Nationalratswettkampf ­– mit sechs Kandidaten. Neben dem neuen Parteipräsident Dominik Zschokke, dessen Vorgänger Stefan Ott und Christian Tanner (Bezirk Aarau) sind die Fricktaler Kilian Brogli und Markus Amsler sowie der Freiämter Raphael Hegglin nominiert.

«Die Kandidaten decken alle Themengebiete der Piratenpartei ab», schreibt Dominic Zschokke in einer Mitteilung. Von Bildung, Verkehr, Umwelt, Energie über die Netzthemen wie Netzneutralität, Privatsphäre, Datenschutz bis zu Jugendkultur, Copyright sei ein breiter Mix vorhanden.

Schlechten Ruf korrigieren

Weshalb so viele Kandidaten für eine kleine Partei? «Wir wollen selbstverständlich mit einer vollen Liste antreten», erklärt der Aarauer, der seit heute, 1. April, als neuer Parteipräsident amtet. «Zudem tritt bei uns der Parteivorstand traditionsgemäss geschlossen zu Wahlen an.» Einzig ein Vorstandmitglied hat die Kandidatur aus privaten Gründen ausgesetzt. Der Fokus liegt laut Dominic Zschokke aber auf dem Spitzentrio Kilian Brogli, Markus Amlser und Raphael Hegglin.

Für die Piratenpartei Aargau ist es der erst der zweite nationale Wahlkampf und der erste nach der Ablösung von der Mutterpartei. Eine Prognose mag der neue oberste Aargauer Pirat noch nicht abgeben. «Wir haben uns Ziele gesteckt, werden diese aber zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren.» Die Popularität der Piraten hänge stark von jener der deutschen Partei ab – und diese sei zuletzt eher ins Bodenlose gesunken. «Wir wollen den schlechten Ruf aber korrigieren und zeigen, dass wir ernsthafte Sachpolitik betreiben.» (edi)