Geldstrafe
Aargauer Pferde-Messie darf fünf Jahre keine Tiere mehr halten

Die Staatsanwaltschaft verurteilt einen 49-Jährigen aus Gränichen zur Zahlung von 2700 Franken. Der Mann hatte 33 Pferde und Ponys massiv vernachlässigt.

Fabian Hägler
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Pferdehalter kümmerte sich nicht um seine Tiere.

Pferdehalter kümmerte sich nicht um seine Tiere.

Tele M1

Im Oktober 2014 hatte ein damals 47-jähriger Mann aus Gränichen den Stall von Michel Prêtre im jurassischen Boncourt JU gemietet. Dort brachte der Mann insgesamt 33 Pferde und Ponys unter – zum Teil eigene Tiere, zum Teil solche, die ihm anvertraut waren. Nach kurzer Zeit meldete sich der Mann, der später als Pferde-Messie bezeichnet wurde, aber nicht mehr. Auch das Geld für Futter und Stallmiete blieb aus. Die Tiere wurden mehr oder weniger sich selbst überlassen, Bauer Prêtre kümmerte sich so gut wie möglich um sie.

Damit geriet er aber an seine Grenzen: «Ich kann nicht mehr. Ich hab kein Heu, kein Stroh und kein Geld mehr», erzählte er damals gegenüber «Tele M1». Für die Pferde brauche er pro Tag eine Tonne Heu und 500 Kilo Stroh, sagte Prêtre. Schliesslich betrugen die Schulden, die der Gränicher bei dem jurassischen Bauern hatte, rund 45'000 Franken. Deshalb zeigte dieser den Aargauer schliesslich wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz an.

Strafbefehl gegen Pferde-Messie
Nun hat die Staatsanwaltschaft den Pferde-Messie zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt und ihm eine vorläufiges Tierhalteverbot aufgebrummt, wie die Nachrichtenagentur SDA meldet. Demnach ist der fehlbare Halter per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 180 Tagen zu je 30 Franken verurteilt. Die Hälfte wurde bedingt ausgesprochen, dies bei einer Probezeit von fünf Jahren. In dieser Zeit darf der «Pferde-Messie» auch keine Tiere halten.

Anfang März 2015 wurde für die 33 vernachlässigten Pferde eine Lösung gefunden. Sie wurden aus Stall im Jura abtransportiert, die meisten fanden neue Besitzer. Michel Prêtre fiel ein Stein vom Herzen: «Es war eine grosse Belastung für mich und eine Familie», sagte der Bauer. Mit dem Geld aus dem Verkauf wurde ein Teil der aufgelaufenen Kosten von etwa 45'000 Franken beglichen. Insgesamt erhält Prêtre rund einen Drittel seiner Auslagen zurück.

Zuvor wurden auf dem Hof des Mannes in Gränichen 12 Pferde und 23 Hunde beschlagnahmt. Die Pferde wurden auf einem Hof in der Region untergebracht, die Hunde in einem Tierheim.