Nach einem Unfall kommt es häufig zu Stau, dank Gaffern nicht selten in beiden Richtungen. Besonders «gwundrige» Autofahrer nehmen dabei gerne mal das Smartphone zur Hand, anstatt sich auf die Strasse zu konzentrieren.

Eine Umfrage von Tele M1 unter Verkehrsteilnehmern zeigt: Wer an einem Unfall vorbeifährt, riskiert einen Blick. «Klar, jeder schaut mal rüber», bestätigt ein Autofahrer. Diese Neugier wird für andere schnell zur Gefahr: «Ich musste auch schon abbremsen wegen Gaffern», berichtet ein anderer. «Zum Glück hatte ich genügend Abstand.»

Strafe in Deutschland

Bei unseren nördlichen Nachbarn riskieren Gaffer eine Busse von bis zu 1000 Euro. Deutsche Polizisten halten an Unfallstellen explizit Ausschau nach Handy-Gaffern.

BDP-Nationalrat Bernhard Guhl fordert in einem Vorstoss nun ein ähnliches Gesetz wie jenes in Deutschland. Er stellt fest, dass die Schaulustigen immer unverschämter werden. «Die Leute müssen das normale Verhalten wieder lernen», fordert Guhl.

An erster Stelle müsse die Nothilfe stehen, so der Aargauer Parlamentarier gegenüber Tele M1. Das Fotografieren von Unfällen ist für Guhl hingegen ein absolutes No-Go: «Fotografiert Berge und Schlösser – oder euch selber. Aber nicht Unfallopfer!», appelliert er an die Schaulustigen.

Für Kontrolle fehlen die Ressourcen

Die Polizei findet Guhls Vorschlag zwar interessant, aber nicht umsetzbar. Zu knapp sind die personellen Ressourcen der Gesetzeshüter. «Oberste Priorität für die Polizei ist das Absichern der Unfallstelle, sowie Tatbestandsaufnahme und Bergung», erklärt Kapo-Medienchef Roland Pfister. Da bleibe kaum Zeit Ausschau nach weiteren Verkehrssündern zu halten. In Einzelfällen sei dies vielleicht möglich, so Pfister, «aber flächendeckend wird das schwierig».

Kommt hinzu, dass Autofahrer, die am Steuer ihr Handy benutzen, ohnehin Gefahr laufen, bestraft zu werden. Schlimmstenfalls droht der Ausweisentzug.