Muslime

Aargauer Muslime wollen eine Landeskirche – «So weit darf es nie kommen!»

Die Anerkennung als Landeskirche gehört bereits seit zehn Jahren zu den Zielen der Muslime im Aargau. Gegenwärtig laufen laut Verbandspräsident Halit Duran aber keine Bestrebungen: Das brauche noch viel Zeit. Eine Partei sträubt sich bereits dagegen.

Der Islam als Landeskirche? Anders als bei ihren Glaubensbrüdern in Basel ist für die Muslime im Aargau eine Anerkennung im Moment kein Thema. Das erklärt auf Anfrage der Aargauer Zeitung Halit Duran, Präsident des Verbands Aargauer Muslime. «Das braucht noch viel Zeit – im Aargau gehen die Uhren wohl langsamer als in anderen Kantonen», so Duran.

Der Verband Aargauer Muslime sei aber an der öffentlich-rechtlichen Anerkennung für den Islam im Kanton Aargau interessiert. Sie gehöre aber zu den Zielen, die sich der Verband bei seiner Gründung vor zehn Jahren gesetzt habe.

Konferenz der Religionen mitgegründet

Der Verband wird von im Kanton tätigen muslimischen Gemeinschaften getragen und versteht sich als Vertretung der Muslime im Aargau und gleichzeitig als Ansprechpartner für alle interessierten Personen und Institutionen im Kanton, wie er auf seiner Webseite schreibt. Er will zudem die Integration der Muslime «in allen Bereichen der Gesellschaft unter Bewahrung ihrer religiösen Werte fördern», um damit den künftigen Generationen eine Perspektive in diesem Land zu eröffnen.

Der Verband engagiert sich auch in der interreligiösen Zusammenarbeit. Gemeinsam mit der Römisch-katholischen, der Reformierten und der Christkatholischen Landeskirche sowie der Israelitischen Kultusgemeinde hat er im vergangenen Januar in Aarau die Aargauer Konferenz der Religionen ins Leben gerufen.

Wie viele Muslime im Aargau leben, weiss Präsident Halit Duran nicht. «Wir verfügen über keine Zahlen, aber es sind wohl 30'000 bis 40'000 Gläubige», so Duran.

Heftige Reaktion in SVP-Reihen

Die Bestrebungen der Basler Muslime haben im Aargau bereits heftige Reaktionen ausgelöst. «So weit darf es nie kommen!», schrieb der Aargauer SVP-Grossrat und Kantonalparteipräsident Thomas Burgherr auf Facebook. «Hier erwarte ich von unseren Landeskirchen, dass sie sich vehement dagegen zur Wehr setzen». Die Kommentare im sozialen Netzwerk fielen mehrheitlich zustimmend aus.

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