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Aargauer Messstation verzeichnete noch keinen Neuschnee – speziell ist auch ein anderes Phänomen

Einmal im Schnee herumtollen, das blieb für viele in diesem Jahr bisher Wunschtraum.

Einmal im Schnee herumtollen, das blieb für viele in diesem Jahr bisher Wunschtraum.

Die aktuelle Wintersaison zeichnet sich bisher durch milde Temperaturen und Schnee-Armut aus. Die Messstation Aarau-Buchs meldete noch keinen Neuschnee – das kam erst vier Mal seit Messbeginn vor. Aussergewöhnlich nennt der Klimatologe aber ein anderes Phänomen.

Während heftige Schneefälle Teile von Spanien mit einer weissen Puderzuckerschicht eindecken, wartet der Aargau weiter auf die ersten Flocken, die sich am Boden festsetzen. Im Flachland ist in der aktuellen Wintersaison nur wenig bis gar kein Schnee gefallen.

Vom ersten Neuschnee sprechen Meteorologen, sobald eine 1-Zentimeter-Schicht liegen bleibt. In der Regel fällt der erste Schnee in den tieferen Lagen der Nordwestschweiz Anfang Dezember. Nun, bald zwei Monate später hat die Messstation Aarau-Buchs noch immer keinen Schnee gemeldet, wie Zahlen des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie zeigen. Später fiel der erste Neuschnee erst in vier Wintern seit Messbeginn. Der späteste Schnee wurde am 1. März 1990 gemessen.

Aussergewöhnlich sind laut Stephan Bader, Klimatologe bei MeteoSchweiz aber vielmehr die Anzahl Schneetage, die deutlich unter dem Mittel früherer Wintersaisons liegen. Vergleichsweise schneearm fiel die Saison 1989/1990 aus, als die Region nur an einem Tag von einem weissen Mantel eingehüllt wurde. 

Zum Vergleich: Auch in Bern wurden überdurchschnittlich wenige Schneetage gemessen. Ähnlich schneearm waren die Jahre 1990 und 2002, als in der ganzen Winterperiode nur an zwei Tagen messbarer Neuschnee fiel.

Sehnen Sie sich nach Schnee? Dann sehen Sie sich dieses Video aus Spanien an:

Hier ist der Schnee! Warum Spanien zuviel davon hat

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Das Sturmtief «Gloria» mit starken Winden, eisigen Temperaturen und heftigen Schneefällen hat Teile Spaniens weiterhin fest im Griff. Betroffen war seit dem Wochenende vor allem der Osten des Landes. Insgesamt vier Menschen sind der Kaltfront bereits zum Opfer gefallen, wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag berichtete. Erst ab der Wochenmitte sollte das Sturmtief abflauen.

Zu mild oder kein Niederschlag

Wie lange die Schlitten noch in den Aargauer Kellern warten müssen, kann der Wetterdienst von Meteoschweiz nicht sagen. «Unsere aktuellen Prognosen gehen bis Mitte nächste Woche. In diesem Zeitraum ist weiter kein Schnee in Sicht.» Der Grund? «Schlicht das Wetter.» Der Dezember und auch der bisherige Januar fielen deutlich zu mild aus. Wurde es kühl, fehlte der Niederschlag.

Zeichen deuten darauf hin, dass der aktuelle Winter auch weiterhin zu warm bleibt. Die Saisonprognose von Meteoschweiz zeigt, dass die Periode von Februar bis April mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent mild wird. Gänzlich auf Schnee verzichten, müssen wir aber wohl nicht: Winter, in denen in Teilen des Flachlands gar kein Schnee fiel, gab es laut Bader nur «ganz wenige». Und auch der Wetterdienst betont, dass die Saisonprognose nicht zwingend zu einem schneearmen Winter führt.

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Immer weniger Schnee

Klar ist: Die Schweizer Winter werden wärmer. Vor 50 Jahren lag die winterliche Nullgradgrenze gemäss Zahlen von Meteoschweiz bei etwa 600 Metern. Heute liegt sie rund 250 Meter höher. Das hat Folgen: Liegt die Nullgradgrenze höher, fällt zu Beginn und Ende des Winters vermehrt Regen statt Schnee. Zudem wird die Schneeschmelze im Frühling beschleunigt. 

Mit der Winter-Erwärmung reduziert sich die jährliche Zahl der Tage mit einer Schneedecke in den Schweizer Alpen je nach Standort um etwa 20 bis 30. Die Folgen werden am Messstandort Arosa sehr gut sichtbar, wie Meteoschweiz schreibt: Die Neuschneesumme sank in den vergangenen Jahrzehnten um einen Meter, die mittlere Schneehöhe um 20 Zentimeter. Bis sich die Winterschneedecke aufgebaut hat, dauert es heute einen Monat länger. 

Ohne Klimaschutz gehen die Klimaszenarien des Bundes bis 2060 von einem Anstieg der Nullgradgrenze um weitere 400 bis 650 Meter aus. Für Skiorte wie Arosa könnte dies verheerende Folgen haben: So sei in diesen Höhen bis 2060 mit einer Reduktion der Gesamtschneemenge von 40 bis 50 Prozent zu rechnen. 

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