«Die Jungfreisinnigen Aargau freuen sich sehr über die Resultate, welche allesamt den Parolen der Partei entsprechen.» Das teilt die Jungpartei nach dem Abstimmungssonntag mit. Insbesondere bei der Waldinitiative im Aargau seien die Jungfreisinnigen sehr aktiv gewesen und hätten im Rahmen des Abstimmungskampfes Kandelaber-Plakate aufgehängt, heisst es in der Mitteilung weiter. «Als sich die Jungfreisinnigen am Abstimmungssonntag jedoch daran machten, die eigenen Plakate wieder abzuhängen, stellten sie fest, dass nach wie vor mehrere Plakate zur Fair-Food-Initiative hingen, die bereits vor zwei Monaten zur Abstimmung kam», teilt der FDP-Nachwuchs weiter mit.

Doppelmoral von Rot-Grün?

Präsident Stefan Amman kritisiert dies in der Mitteilung: «Für die Jungfreisinnigen Aargau ist es selbstverständlich, das Aufräumen der Kandelaberplakate noch am Abstimmungssonntag, oder kurz danach, zu organisieren. Wir überlassen das Problem nicht den Gemeinden und der Gesellschaft», hält er fest. Das sei gelebte Eigenverantwortung, «für die Demokratie und unsere Umwelt».

Die Jungfreisinnigen beschlossen bei ihrer Aufräumtour am Sonntag spontan, sich um die immer noch hängenden Fair-Food-Plakate zu kümmern. Medienchef Benjamin Riva hält fest: «Auch wenn es eigentlich nicht unsere Aufgabe wäre, haben wir die entsprechenden Plakate abgehängt und ordnungsgemäss entsorgt. Wir finden aber, es zeugt schon von einer gewissen Doppelmoral, wenn ein rot-grünes Komitee, welches sich vermeintlich für Umweltschutz einsetzt, nicht einmal seinen eigenen Abfall entsorgt», kritisiert Riva.

Grüne bedanken sich

Der Vorwurf geht an Robert Obrist, der Grünen-Grossrat war als Kampagnenleiter im Aargauer Komitee für die Fair-Food-Initiative tätig. Mit der Kritik der Jungfreisinnigen konfrontiert, sagt er: «Uns ist offensichtlich beim Einsammeln der Plakate ein Standort entgangen.» Das könne in der Hitze des Gefechts passieren, sollte aber selbstverständlich eine Ausnahme bleiben, hält der Grüne fest.

Zufällig zeigt das Fair-Food-Plakat, das Jungfreisinnigen-Präsident Stefan Ammann abräumte, eine Kuh mit Hörnern (Bild oben). Obrist nimmt in seiner Antwort darauf Bezug: «Wir
bedanken uns herzlich bei den Jungfreisinnigen fürs Abräumen und hoffen, dass das schöne Plakat mit der horntragenden Kuh einen geeigneten Platz in ihren Räumen findet.» Es sei fast zu schade, dieses den Weg der Rezyklierung gehen zu lassen, «den hoffentlich die Plakate ihrer Rückbauaktion gehen», hält Obrist fest.