Tierschutz
Aargauer Jäger wirbt mit halbnackten Models für einheimische Pelze

Das Tragen von Pelz ist umstritten. Der Jäger und Naturfotograf Josef Griffel will mit seinen Bildern darauf aufmerksam machen, dass nicht jeder Pelz in den gleichen Topf geworfen werden kann.

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Während der Fuchsjagd kann man auch den letztjährigen Fuchs um den Hals tragen.
6 Bilder
Bei diesem Model handelt es sich um die Jägerin Sahra.
Auch als Mütze findet der Pelz Verwendung.
Aargauer Jäger mit ihrer Beute.
Pelz und Stilettos, fertig ist das Outfit.
Mit diesen Bildern wirbt ein Jäger für das Pelztragen.

Während der Fuchsjagd kann man auch den letztjährigen Fuchs um den Hals tragen.

zvg

Jeder kennt sie, die PETA-Werbeplakate, auf denen sich halbnackte Models räkeln und freizügig gegen das Tragen von Pelzen demonstrieren. Jetzt hat sich der Jäger und Naturfotograf Josef Griffel von diesen Werbeplakaten inspirieren lassen: Er lichtet Frauen mit viel nackter Haut ab, die intimsten Stellen werden allerdings nicht durch lebende Tiere oder Hände abgedeckt, sondern durch echten Pelz von einheimischen Tieren.

Der leidenschaftliche Jäger will damit zeigen, dass nicht jeder Pelz gleich behandelt werden könne, obwohl für viele Menschen die Thematik Pelz ein rotes Tuch sei. «Wir Jäger sind auch gegen tierquälerische Pelztierhaltung», sagt Josef Griffel, «doch man kann die Pelzprodukte aus der waidgerechten Aargauer Jagd nicht mit solchen wie beispielsweise aus China vergleichen.» Die Füchse müssten sowieso geschossen werden und die Pelze seien echte Naturprodukte.

Erich Schmid, Geschäftsführer des Aargauischen Jagdschutzvereins, sagt: "Wir gehen nicht auf Jagd wegen der Pelze", sagt er, "aber es ist schade, wenn man das Fell anschliessend fortwirft."

Beim Schweizer Tierschutz (STS) betrachtet man die Thematik etwas differenzierter. «Wenn man annimmt, dass die Fuchsjagd nötig ist, dann macht es Sinn, dass die Tierfelle weiterverarbeitet werden», sagt Helen Sandmeier von der Medienstelle des STS.

Das Problem sei vielmehr, dass die Pelze von hiesigen Rotfüchsen oft als Alibi missbraucht würden: Die ungefähr 25 000 Füchse, die in der Schweiz jährlich geschossen werden, seien ein kleiner Teil der schätzungsweise 17 Millionen Rotfüchse, die jährlich für die Pelzproduktion gezüchtet werden. «Dieser minime Teil der einheimischen Pelze wird benutzt, um zu sagen, dass Pelztragen in Ordnung ist», sagt Sandmeier.

Für Josef Griffel ist jedoch klar, dass er zu seiner Meinung steht - er will weiterhin Jägerinnen suchen, die sich auf Fotos für das Tragen einheimischer Pelze einsetzen. (lee)