Postulat im Grossen Rat
Aargauer Jäger lassen sich von Wildschweinen nicht länger zur Sau machen

Den Aargauer Jägern platzt langsam aber sicher der Kragen: Jetzt verlangt Jäger, Förster und SVP-Grossrat Richard Plüss (Lupfig) «sofort greifende Sondermassnahmen». Bei der Bezahlung der Wildschwein-Schäden seien neue Regeln nötig.

Hans Lüthi
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SVP-Grossrat Richard Plüss ist Revierförster und Jäger und ärgert sich über die Wildschweinschäden

SVP-Grossrat Richard Plüss ist Revierförster und Jäger und ärgert sich über die Wildschweinschäden

AZ

Der immense Aufwand für die Jagd und die teuren Wildschweinschäden setzen den Jägern derart zu, dass sich die Jagdgesellschaft Berg im unteren Fricktal aufgelöst hat.

Im Postulat von Richard Plüss, SVP-Grossrat und Gemeindeammann in Lupfig, wird die Regierung beauftragt, «Sondermassnahmen für die Schwarzwildbejagung zu erarbeiten».

Die Regierung solle zusammen mit den Fachverbänden der Jäger, Förster und Bauern eine gemeinsame Lösung suchen. Das Ziel: Die Jagd auf Wildschweine vereinfachen, die Deckung der Flurschäden neu und einfach regeln.

Das Problem: Trotz der Rekordzahl von über 1600 erlegten Wildsauen im letzten Jahr nehmen die Schäden zu, die nachtaktiven Tiere haben ausgeprägte Sinnesorgane und vermehren sich bei reichlich Nahrung auch sehr stark.

Im Durchschnitt müssen die Jäger 20 Stunden auf der Lauer sein, bis sie ein einziges Wildschwein erlegen können.

Die Jagd ist durch Gesetze stark eingeschränkt, weshalb Plüss jetzt eine Änderung der Jagdzeiten und weniger Einschränkungen verlangt. Ebenso den Einsatz der neuesten Waffentechnik und Waffenoptik.

Ausser den Wildscheinen fühlen sich die Jäger auch von der Gesellschaft buchstäblich «zur Sau gemacht»: Sie bezahlen den Jagdpachtzins, treiben einen riesigen Aufwand für Hege und Pflege der Wildtiere und müssen zusätzlich noch einen Teil der Wildschweinschäden berappen.

Gemäss dem neuen Jagdgesetz sind es bis zu 25 Prozent des Pachtzinses. Wegen dieser Zumutung «steigt in den Jägerkreisen die Unzufriedenheit», schreibt Plüss in der Begründung.

Erste Jäger seien «dermassen ermüdet und frustriert, dass sie nicht mehr bereit sind, diese zeitlichen und finanziellen Aufwendungen auf sich zu nehmen».

Wenn aber die Jagdvereine die Wildschweine nicht mehr bejagen würden, müsste der Staat eingreifen, gibt Jäger Richard Plüss zu bedenken.

Das aber würde zweifellos sehr viel Geld kosten, wie das Beispiel des Kantons Genf zeigt. «Deshalb braucht es neue Lösungen», lautet das Fazit des Postulanten.

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