Energie
Aargauer Industrie will lieber günstigen als grünen Strom

Immer mehr Private kaufen Ökostrom bei der AEW Energie AG. Doch bei der Industrie ist der Trend umgekehrt. Denn die Energiekosten sind in der Industrie ein wichtiger Faktor - gerade wenn die wirtschaftliche Situation angespannt ist.

Mathias Küng
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Das Kernkraftwerk Leibstadt (l) und das Wasserkraftwerk Unterwindisch

Das Kernkraftwerk Leibstadt (l) und das Wasserkraftwerk Unterwindisch

AZ

Die AEW Energie AG peilt einen immer umweltfreundlicheren Strommix an. Wie der grösste Aargauer Stromversorger gestern bekannt gab, profitieren Privat- und Firmenkunden in der Grundversorgung neu von einem Strommix aus 100 Prozent erneuerbarer Energie. Dies mit Blick auf die bundesrätliche Energiestrategie 2050.

Die Anstrengungen tragen Früchte. Der Anteil AEW-Privatkunden, die höherwertigen Strom wollen und dafür auch mehr bezahlen, stieg 2013 massiv. Schon fast ein Fünftel der 85 000 Kunden des grössten Aargauer Stromversorgers zahlt freiwillig mehr für umweltverträglicheren Strom.

Die grundversorgten Industriekunden erhalten weiterhin einen AEW-Mix mit 15 Prozent Schweizer Wasser- und 85 Prozent Kernkraft.

Doch der Anteil nicht erneuerbarer Energie ist bei Industriekunden letztes Jahr gestiegen. Einige beziehen Strom vom Markt mit nicht deklarierter Zusammensetzung. Das bringt ihnen einen Preisvorteil. Für Industriefirmen, etwa für eine energieintensive Papierfabrik, seien die Energiekosten in schwierigem wirtschaftlichem Umfeld ein wichtiger Faktor, betonte Marc Ritter, AEW-Leiter Energie. Industriekunden wechseln vermehrt in solche Produkte.

Die AEW Energie AG gab an der Medieninformation bekannt, dass sie den Energieanteil am Strompreis ab 2015 um 10 Prozent senkt. Dies wird aber durch höhere Abgaben fast kompensiert.