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Aargauer Grüne reichen Klimaschutz-Initiative ein

3550 Unterschriften sind für die Klimaschutz-Initiative zusammengekommen – gestern wurde sie eingereicht.

3550 Unterschriften sind für die Klimaschutz-Initiative zusammengekommen – gestern wurde sie eingereicht.

Mit der Initiative – die auch vom Gewerbe unterstützt wird – sollen die Weichen für einen wirksamen Klimaschutz gestellt werden.

Immer wieder haben sie es versucht. Und immer wieder sind die Grünen mit ihren Anliegen im Parlament nicht gehört worden oder haben zumindest nicht das erreicht, was sie sich gewünscht hätten. Deshalb haben sie im letzten Frühling die kantonale Klimaschutz-Initiative lanciert. Diese verlangt, dass der Kanton Aargau mehr Geld für energetische Häusersanierungen bereitstellt.

Der CO2-Ausstoss lasse sich beträchtlich reduzieren, wenn schlecht isolierte Altbauten saniert und alte Öl- und Gasheizungen durch Heizsysteme ersetzt werden, die erneuerbare Energieträger nutzen, sind die Initiantinnen und Initianten überzeugt. Die Initiative helfe nicht nur dem Klima, sondern schaffe auch mehrere hundert Arbeitsplätze und Dutzende Lehrstellen im Kanton. Die Initiative verleihe also auch dem Gewerbe neue Impulse, argumentieren die Initiantinnen und Initianten.

Grüne reichen Klimaschutzinitiative ein

Grüne reichen Klimaschutzinitiative ein

  

«Build back better» stand denn auch auf den Schildern, welche die Jungen Grünen gestern Morgen hochgehalten haben, als sie in Aarau vor dem Grossratsgebäude Staatsschreiberin Vincenza Trivigno 3550 beglaubigte Unterschriften überreichten. «Build back better», im Sinne von: «Es ist möglich, alles besser wieder aufzubauen», erklärte Nicolá Bossard, Co-Präsident der Jungpartei.

Die Kiste mit den Unterschriften war nicht grün, sondern rot-grün. Das illustriert, dass es sich bei der Klimaschutz-Initiative nicht um ein rein grünes Anliegen handelt. Sie wird auch von der SP sowie Verbänden aus der Baubranche unterstützt. «Die günstigste Energie ist die, die wir nicht brauchen», brachte es David Kläusler, Präsident des Schreinermeisterverbandes, auf den Punkt. Martin Kummer, Präsident des Aargauer Baumeisterverbandes, pflichtete ihm bei: «Wir müssen endlich anfangen, Gebäude zu sanieren, die vor dem Jahr 2000 gebaut wurden.» Für Grünen-­Grossrat Robert Obrist ist klar: «Die Coronakrise wird vorbeigehen, die Klimakrise bleibt.» Ihr müssten Politik und Gewerbe gemeinsam entgegen­treten.

Der Regierungsrat will drei Millionen für den Klimaschutz

Auch wenn Obrist sagte, in der Vergangenheit seien Appelle und Anträge nicht gehört oder wahrgenommen worden, ganz taub ist der Aargauer Regierungsrat nicht, wenn es um energetische Gebäudesanierungen geht. Auch er anerkennt, dass rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund 25 Prozent CO2-Ausstosses durch Gebäude verursacht werden. Im Oktober 2019 hat er eine Motion der CVP entgegengenommen und beantragt dem Grossen Rat die Wiedereinführung von Verpflichtungskrediten im Umfang von drei Millionen Franken pro Jahr im Rahmen des «Förderprogramms Energie 2021–2024». Die Anhörung läuft noch bis am 26. Juni. Die Vorlage dürfte dann nach den Sommerferien im Grossen Rat behandelt werden.

Die drei Millionen Franken bezeichnete Obrist damals zwar als Schritt in die richtige Richtung. Es sei aber zu wenig. Die Klimaschutz-Initiative verlangt, dass jedes Jahr an mindestens drei Prozent der bestehenden Bauten und Anlagen Sanierungen unterstützt werden. Der dafür nötige Betrag dürfte höher sein als die drei Millionen Franken. Ausserdem würde die Förderung im Gesetz festgeschrieben und müsste nicht jährlich neu verhandelt werden.

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