Amazonas

Aargauer Gläubige helfen Regenwald-Bewohnern mit Spende

Nothilfe nach den schweren Waldbränden im Amazonas: Aargauer beteiligen sich.

Nothilfe nach den schweren Waldbränden im Amazonas: Aargauer beteiligen sich.

Reformierter Kirchenrat spricht 10'000 Franken für Opfer der Amazonas-Brände, Vereinigung Sagittaria mit Sitz in Baden kauft Wald für Indigene in Argentinien.

Der Kirchenrat der Reformierten Landeskirche Aargau hat 10'000 Franken für Nothilfe nach den schweren Waldbränden im Amazonasgebiet bewilligt. Die Spende wird laut einer Mitteilung an das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) überwiesen. Heks leistet im Amazonasgebiet Nothilfe für mehrere von den Folgen der Waldbrände besonders schwer betroffene indigene Gemeinschaften und Kleinbauernfamilien.

Im Regenwald von Brasilien und den angrenzenden Ländern wüten die schwersten Brände seit Jahren. Die Brände lodern auch an den Rändern des tropischen Regenwaldes, im Übergangsgebiet zu den Savannengebieten des Cerrado, dessen reiche Biodiversität dadurch akut gefährdet ist. «Die meisten Feuer wurden und werden mutwillig gelegt – nicht zuletzt zum Profit der Agrarindustrie in Brasilien», schreibt die Landeskirche.

Von den Waldbränden seien primär Indigene und Kleinbauernfamilien betroffen, welche zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen im Land gehörren. Deshalb leiste Heks zusammen mit einer lokalen Partnerorganisation Nothilfe für besonders in Mitleidenschaft gezogene indigene Gemeinschaften sowie Kleinbauern in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul.

Die betroffenen Menschen werden mit dringend benötigtem Saatgut, Setzlingen, Lebensmitteln und medizinischem Material zur Behandlung von Verbrennungen und Atembeschwerden versorgt.

Landpreis in Argentinien sinkt: Chance für mehr Waldkauf

Im Spätsommer besuchte Jachuká Reté, Botschafterin der in Brasilien, Paraguay und im Norden Argentiniens lebenden Mbyá, den Aargau und den Grossen Rat (die AZ berichtete). Sie warb für die Erhaltung des «grossen Hauses», in dem wir alle leben – des Planeten. «Die Mbyá wollen ihren Beitrag dazu leisten, indem sie ihren Wald erhalten», schreibt Johannes Jenny in einer Mitteilung.

Der Geschäftsführer von Pro Natura Aargau und Projektleiter bei der Vereinigung Sagittaria aus Baden, die Wald für Indigene in Südamerika kauft, sieht im Regierungswechsel in Argentinien eine Chance für den Umweltschutz. Dies nicht, weil der neue Präsident Alberto Fernández besonders grün politisiert, sondern weil er davon ausgeht, dass nun mehr Wald auf den Markt kommt und deshalb die Preise fallen.

In einem Film über die Mbyá, der im Februar dieses Jahres gedreht wurde, bietet ein Landeigentümer seinen Wald für 4000 US-Dollar pro Hektare an. «Nur acht Monate später ist dieser Preis auf 1500 Dollar gesunken», hält Jenny fest.

Das Geld zum Waldkauf stammt laut Jenny von Kirchen, Service Clubs, dem Ertrag aus Anlässen beim Besuch von Jachuká Reté, «aber auch von Aargauer Promis wie Thierry Burkart und dem früheren Pro-Natura-Aargau-Präsidenten Thomas Urfer».

Jetzt gebe es ein Zeitfenster, in dem man fast beliebig Wald für die Mbyá kaufen könne. Jenny hofft, dass viele Leute Freunden und Verwandten Wald zu Weihnachten schenken. Und er zitiert Jachuká Reté: «Wir sind nicht arm, wenn wir nicht haben, was wir nicht brauchen. Arm sind wir erst, wenn wir keinen Wald mehr haben.» (az/fh)

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