Arbeitslosigkeit
Aargauer Gewerkschaften reichen Volksinitiative ein

Der Aargauische Gewerkschaftsbund hat seine Volksinitiative für ein kantonales Arbeitslosenhilfegesetz eingereicht. Die rund 3300 Unterschriften kamen in Rekordzeit - vier Monaten - zustande.

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Einreichung der Initiative für ein kantonales Arbeitslosenhilfegesetz

Einreichung der Initiative für ein kantonales Arbeitslosenhilfegesetz

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Die Initiative verlangt die Schaffung einer kantonalen Arbeitslosenhilfe, welche die durch die Krise massiv wachsende Arbeitslosigkeit konstruktiv, konsequent und effizient bekämpft. Konkret fordert sie unter anderem präventive Massnahmen, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie befristete Taggelder für Personen, die aus der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert wurden, um diesen den Gang zur Sozialhilfe zu ersparen und eine Kostenverlagerung auf die Gemeinden zu verhindern.

AGB-Präsident Kurt Emmenegger wies bei der Einreichung der Initiative des AGB darauf hin, dass wir in wirtschaftlich unsicheren Zeiten lebten. Es sei schwer abzuschätzen, wie sich die Wirtschaft in den nächsten Monaten entwickeln werde. «Wenn auch heute die Arbeitslosenzahlen im Aargau leicht auf 9'000 Personen zurückgegangen sind, kann das morgen schon ganz anders aussehen», meinet er.

Anteil der Ausgesteurten verdoppelt

Wegen der Euro-Krise und des sehr starken Frankens seien schweizweit in den nächsten zwei Jahren 100'000 Arbeitsplätze in der Exportindustrie, im Detailhandel und im Gastgewerbe bedroht. Für den stark exportorientierten Aargau bedeute dies rund 10'000 gefährdete Arbeitsplätze.

Fakt sei, dass die sogenannte Sockelarbeitslosigkeit in der Schweiz seit den 90iger Jahren kontinuierlich angestiegen ist, von rund 1% anfangs der 90er Jahren über rund 2% anfangs 2000 auf heute rund 3%. Beunruhigend sei weiter, dass der Anteil der Langzeitarbeitslosen (über 1 Jahr arbeitslos) im Aargau gegen 20% beträgt.

Und schliesslich habe sich wegen der unseligen AVIG-Revision die Zahl der Ausgesteuerten im Aargau seit 2011 fast verdoppelt, von rund 100 auf 200 Personen pro Monat.
Der AGB schätzt, dass seit der Krise 2008/2009 rund 5'000 Personen im Aargau ausgesteuert wurden.

Besonders betroffen: Jugendliche und Arbeitnehmer ab 50

Betroffen sind vor allem Jugendliche und ältere Arbeitnehmende ab 50. Rund 2'000 Jugendliche haben den Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht geschafft. Bei den weiteren 3'000 Ausgesteuerten handelt es sich vor allem um über 50jährige Personen. «Es kann nicht sein, dass man diese Personen ihrem Schicksal überlässt und in die Sozialhilfe abschiebt und es kann nicht sein, dass man Jugendliche um ihre Zukunft bringt und die älteren Arbeitnehmenden, die jahrzehntelang gute Arbeit geleistet haben, einfach ausmustert und auf ihre Berufserfahrung verzichtet. Es ist unserer Gesellschaft unwürdig und kommt sie teuer zu stehen» meinte Emmenegger.

Mit der Initiative werde die Lücke zwischen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe geschlossen. Sie stellt sicher, dass die notwendigen Massnahmen, die bereits vorhanden und erprobt sind, auch finanziert werden, um auch die genannten Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.