Grosse Plakate an den Wänden machten allen klar, woher der Wind bei der FDP Aargau wehte. «Sicher ist sicher, Ja zum Gripen» stand auf dem einen, «Lohndiktat vernichtet Arbeitsplätze» auf dem anderen.

Parteipräsident Matthias Jauslin (Wohlen) hätte also sofort zur Parolenfassung schreiten können, tat es aber erst nach geballten Ladungen an qualitativ hochstehenden Informationen.

Für die Finanzierung des neuen Kampfflugzeugs plädierten zwei feurige Befürworter: Von der Technik Luftwaffen-Testpilot und Oberst im Generalstab Fabio Antognini, der bei der Auswahl des Gripen selber mitgewirkt hat.

Über die politische Evaluation referierte Nationalrätin Corina Eichenberger. Der Gripen sei kein Rolls-Royce, aber ein solides und bewährtes Flugzeug. Nach kurzer Diskussion fasste die FDP die Ja-Parole, mit grosser Mehrheit zu 5 Nein.

Die Mindestlohn-Initiative wurde als einzige Vorlage kontrovers behandelt. Für 22 Franken pro Stunde oder 4000 Franken monatlich plädierte auf sympathische Art der Solothurner SP-Nationalrat Philipp Hadorn. Wer voll arbeite, sollte von seinem Lohn auch leben könne, mehr Geld bedeute mehr Konsum, Arbeit und AHV.

Das pure Gegenteil befürchtet Daniel Knecht, Präsident der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK). Mit derart unnötigen Zwangsvorschriften setze die Schweiz ihr Erfolgsmodell aufs Spiel. Beim wuchtigen Nein gab es nur drei Enthaltungen.

Keine Ja-Stimmen generierte die Pädophilen-Initiative, weil Ständerätin Christine Egerszegi überzeugend versicherte, der indirekte Gegenentwurf des Bundes sei viel besser.

Keinen Zwang wollen die Freisinnigen auch im Kindergarten, sie sagten einstimmig Nein zur Mundart-Initiative. Und folgten damit dem Vorschlag von Grossrat Titus Meier und den Voten für weniger Staat und mehr Freiheiten.