Bundesgericht
Aargauer fackelt eigenen Porsche ab: Jetzt muss er wegen Versicherungsbetrugs ins Gefängnis

Ein Porsche-Fahrer ist zu Recht wegen versuchten Versicherungsbetruges zu einer teilweise unbedingten Freiheitsstrafe von 27 Monaten verurteilt worden, weil er sein Fahrzeug im Wald abgefackelt hat. Das hält das Bundesgericht fest.

Urs-Peter Inderbitzin
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Ausgebranner Porsche (Themenbild)

Ausgebranner Porsche (Themenbild)

Keystone

Der Vorfall hatte sich am 25. Mai 2011 um die Mittagszeit abgespielt. In einer Waldlichtung bei Muri brannte ein Porsche. Die Aargauer Staatsanwaltschaft wirft dem Eigentümer des Porsche vors, sein Gefährt absichtlich in Brand gesteckt zu haben in der Absicht, einen Versicherungsbetrug zu begehen.

Das Bezirksgericht Muri sprach den Lenker vor drei Jahren von der Anklage des versuchten Betruges frei. Anders sah es das Obergericht. Es verurteilte den Eigentümer des abgefackelten Porsche zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten, wovon er 12 Monate abzusitzen hat und die restlichen 15 Monate auf Bewährung ausgesetzt wurden.

Neues Gutachten gefordert

Der Porsche-Eigentümer akzeptierte diese Verurteilung jedoch nicht und zog vors Bundesgericht, wo er im ersten Umgang Recht erhielt. Die Lausanner Richter beanstandeten damals, dass das Gericht nicht einen Sachverständigen beigezogen und stattdessen auf den polizeilichen Ermittlungsbericht und ein Privatgutachten der Versicherung abgestellt hatte.

In der Folge landete der Fall wieder beim Kantonsgericht, welches den Porsche-Lenker erneut wegen versuchtem Versicherungsbetrug zu 27 Monaten Freiheitsstrafe verurteilte, wovon der Verurteilte 12 Monate abzusitzen hat.

Ein Jahr hinter Gitter

Mit seiner zweiten Beschwerde gegen die Verurteilung ist der Eigentümer des abgebrannten Porsche nun beim Bundesgericht abgeblitzt. Damit steht definitiv fest, dass er für ein Jahr wegen versuchtem Versicherungsbetrug hinter Gitter muss.

Aufgrund des zeitlichen Ablaufs, der Aussagen eines Lastwagenchauffeurs, der die Feuerwehr benachrichtigt hatte, und aufgrund der übrigen Beweise geht auch das Bundesgericht davon aus, dass der Porsche-Eigentümer seinen Porsche absichtlich in Brand gesetzt hatte.

Der Vorwurf an das Kantonsgericht, es habe willkürlich geurteilt, wies das Bundesgericht ab. Auch gemäss dem - nunmehr erstellten - gerichtlichen Gutachten spricht auch das Spurenbild eher für eine Brandentstehung durch Fremdeinwirkung denn für eine technische Brandursache.