Wasserzins

Aargauer Energiedirektor ist gegen eine Lösung mit zu vielen Profiteuren

Das künftige Wasserkraftwerk Aarau gesehen von der Kettenbrücke. Punkto Wasserzinsen stellt sich der Aargauer Energiedirektor gegen das Giesskannenprinzip.

Das künftige Wasserkraftwerk Aarau gesehen von der Kettenbrücke. Punkto Wasserzinsen stellt sich der Aargauer Energiedirektor gegen das Giesskannenprinzip.

Dass «Bern» für den Wasserzins eine Übergangslösung sucht, dafür hat der Aargauer Energiedirektor Attiger Verständnis. Er fordert aber eine differenzierte Lösung.

Der Bundesrat hat seine Vorschläge für eine Neugestaltung des Wasserzinses ab 2020 vorgestellt. Für drei Jahre soll er im Sinn einer Übergangslösung fast 30 Prozent tiefer ausfallen als heute, danach von einem neuen Modell abgelöst werden. Damit verlöre der Aargau ab 2020 je rund 15 Millionen Franken jährlich. Was hält der Aargauer Energiedirektor und Landammann Stephan Attiger davon?

Der Regierungsrat werde die Vorschläge noch vertieft analysieren und im Rahmen der Vernehmlassung detailliert Stellung nehmen, antwortet Attiger. Schon jetzt lasse sich sagen: «Die Vorschläge zielen in die richtige Richtung. Die Stromproduktion in der Schweiz und damit auch die Wasserkraft (mit 60 Prozent Produktionsanteil am Strom) muss sich in einem wirtschaftlich sehr anspruchsvollen Umfeld behaupten.»

Für die Erhaltung der Versorgungssicherheit – eine zentrale Leitlinie der kantonalen Energiestrategie energieAargau – müssten sich Investitionen in die Wasserkraft lohnen, betont er. Dies sei unabdingbar für die längerfristige Versorgungssicherheit in der Schweiz.

"Übergangslösung sinnvoll"

Dass der Bundesrat eine Übergangslösung vorschlägt, mache Sinn, sagt Attiger weiter. Die genauen Auswirkungen auf den Kanton müsse der Regierungsrat noch vertieft analysieren. Aufgrund der Wichtigkeit der Wasserkraft und im Sinne der Versorgungssicherheit (zentrale Leitlinie von energieAargau) habe der Regierungsrat Verständnis für den Vorschlag: «Die Senkung des Wasserzinsmaximums im Rahmen einer Übergangsregelung ist zu begrüssen. Allerdings sollen von dieser Senkung ausschliesslich jene Produzenten profitieren, die mit Rentabilitätsproblemen zu kämpfen haben und gemäss dem neuen Energiegesetz eine Marktprämie erhalten – nicht aber jene Produzenten, welche die Kosten an die gebundenen Endverbraucher abwälzen können. Ein Giesskannenprinzip lehnen wir ab.» Zudem sei zu prüfen, ob das neue, vom Bundesrat vorgeschlagene Maximum von 80 Franken pro Kilowatt Bruttoleistung der richtige Betrag sei.

Und was hält Attiger vom Modell, das ab 2023 mit einem tiefen Fixbetrag und einer vom Strompreis abhängigen Variable gelten soll? Attiger: «In einem funktionierenden Marktumfeld mit einem neuen Strommarktmodell ist eine Flexibilisierung der Wasserzinsen mit einem mindestens teilweise vom Marktpreis abhängigen Teil ein sinnvoller Ansatz.» Dazu müsse ein entsprechendes Marktumfeld geschaffen werden. In guten Jahren werde der Wasserzins höher sein und in schlechten Jahren tiefer, je nach Strompreisentwicklung. Es bleibe aber eine Entschädigung für die Ressource.

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